Narzissmus und Cluster-B-Persönlichkeitstypen

Cluster-B-Persönlichkeiten

Toxische Menschen weisen typische Merkmale einer sogenannten Cluster-B-Persönlichkeit auf. Im amerikanischen Diagnoseschlüssel für psychische Erkrankungen, dem DSM-V (Diagnostical and Statistical Manual of Mental Disorders) werden Persönlichkeitsstörungen in drei Cluster eingeteilt:

Narzissten und andere Cluster-B-Persönlichkeiten?

Cluster A: Hierzu zählen die paranoide, die schizoide und die schizotype Persönlichkeitsstörung.

Cluster B: Zum Cluster B rechnet man die antisoziale, die Borderline-, die histrionische und die narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Cluster C: Hier findet man die selbstunsichere, die dependente (abhängige) und die zwanghafte Persönlichkeitsstörung.

Kennzeichnend für Cluster-B-Persönlichkeiten ist ihre mangelnde Fähigkeit zur Empathie. Ihnen fehlt häufig jegliches Mitgefühl mit ihren Mitmenschen. Sie sehen sie eher als Schachfiguren in ihrem Spiel und sind emotional blind für das Leiden, das sie ihnen durch ihr Verhalten zufügen.

Dabei können sie durchaus empathisch wirken. Sie besitzen ein erschreckend präzises Gespür für die Ängste, Sorgen, Nöte, Bedürfnisse, Wünsche und Emotionen ihrer Mitmenschen und entlarven deren Schwachstellen mit traumwandlerischer Sicherheit. Sie sind oft sehr gute Zuhörer und haben gelernt, empathisch rüberzukommen.

Doch dabei geht es ihnen nicht um den anderen. Sie geben ihrem Gegenüber lediglich das Gefühl, sich wirklich für ihn zu interessieren, während sie im Hintergrund fleißig Informationen über den anderen sammeln, die sie hinterher bewusst oder unbewusst verwenden, um ihn anhand seiner roten Knöpfe in die gewünschte Richtung zu manipulieren. Deshalb spricht man im Zusammenhang mit Narzissten bzw. Cluster-B-Persönlichkeiten auch häufig von kalter Empathie.

Cluster-B-Persönlichkeitsstörungen

Bemerkenswert ist auch, dass Cluster-B-Persönlichkeiten durch ihre Charaktereigenschaften, ihre Skrupellosigkeit und ihre geschickten Manipulationsfähigkeiten häufig in Führungspositionen zu finden sind.

Sie verkörpern nicht selten das westliche Erfolgsideal, sehen gut aus, sind oberflächlich charmant, charismatisch und gebildet, wodurch sie eine hohe Anziehungskraft auf andere Menschen entwickeln können.

Das macht sie zusätzlich gefährlich, das sie sich in zwischenmenschlichen Beziehungen extrem ausbeuterisch verhalten.

Häufig besteht bei Cluster-B-Persönlichkeiten eine hohe Komorbidität mit anderen Merkmalen aus demselben Cluster, aber auch mit anderen psychischen Störungen. So weisen Borderliner eigentlich immer auch narzisstische Züge auf und Narzissten sind häufig auch bis zu einem gewissen Grade Borderliner. Eine antisoziale Persönlichkeitsstörung ist ebenfalls ohne narzisstische Züge nicht vorstellbar.

Obwohl man sich hier um klare Abgrenzung bemüht, gibt es viele Überschneidungen sodass die Zuordnung der Störungen zu einem entsprechenden Cluster in der Praxis durchaus Sinn macht.

Narzissten können sich dabei durchaus eine Beziehung wünschen, doch fehlt ihnen die Fähigkeit, stabile Beziehungen auf Augenhöhe einzugehen. Dabei werden sie häufig zwischen einem starken Bedürfnis nach Nähe und Verbundenheit auf der einen und ausgeprägter Bindungsangst auf der anderen Seite hin und her gerissen. Sie stellen völlig überzogene Ansprüche an ihre Partner(innen), die in ihren Augen jedoch nicht für sie selbst gelten. Ebenso geht ihnen die Fähigkeit zur Selbstreflexion ab. In ihrer Wahrnehmung sind immer die anderen schuld.

Alles andere würde ihr künstlich überhöhtes Selbstbild gefährden, an das sie sich so verzweifelt klammern und das sie ohne Rücksicht auf Kollateralschäden verteidigen. Dazu passt auch, dass pathologische Narzissten ein enorm hohes Selbstmordrisiko aufweisen.

Vornehmlich dann, wenn es zum totalen Melt Down kommt - der Kernschmelze ihres pathologisch überhöhten Selbstbildes. Kann dies nicht länger aufrecht erhalten werden, bricht für den Narzissten buchstäblich seine Welt zusammen. Oft weiß er dann keinen anderen Ausweg mehr, als seinem Leben ein Ende zu setzen. Hier liegt die Suizidrate bei ca. zehn Prozent*1. Der höchste Wert aller Persönlichkeitsstörungen.

Laut einer deutschen Studie*1 leiden 9,4 Prozent der Bevölkerung an einer Persönlichkeitsstörung, darunter 0,4 Prozent unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Das klingt nicht viel, bedeutet aber alleine in Deutschland über 330.000 pathologische Narzissten.  Dazu muss gesagt werden, dass hier nur die eindeutig pathologischen Narzissten berücksichtigt sind. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Wenn du dir die dabei die Persönlichkeitsmerkmale bzw. -Störungen (je nach Ausprägung) von Cluster B und Cluster C - Persönlichkeiten einmal genauer ansiehst, wird dir schnell auffallen, wie gut sie zueinander passen. Deshalb ziehen sich Menschen mit den entsprechenden Merkmalen auch häufig stark an. In ihrer Dynamik passen sie zueinander wie Nut und Feder beim Parkett.

>>> Hier geht's weiter: Maligner Narzissmus: Narzissmus in seiner gefährlichsten Form

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