Negativer Vaterkomplex des Mannes – Unter Deinem Blick kann ich nicht bestehen

Negativer Vaterkomplex des Mannes – Unter Deinem Blick kann ich nicht bestehen

Es sind nicht immer die klischeehaft emotional grausamen und grobschlächtigen Familienpatriarchen, unter denen Söhne zu leiden haben. Ein mindestens ebenso häufiges Thema bei ursprünglich negativen Vaterkomplexen des Mannes sind physisch und / oder emotional abwesende, sowie durchsetzungsschwache Väter, die durch Abwesenheit oder Charakterschwäche nicht in der Lage sind, ihren Söhnen ein adäquates Rollenvorbild vorzuleben.

Söhne dieser Väter werden später oft verunsicherte Männer in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität. Damit ist nicht das Thema Homosexualität gemeint, sondern eine Idee davon, was es heißt, ein Mann, (Ehe-)Partner, Vater, in dieser Welt zu sein, weitgehend unabhängig von der sexuellen Präferenz. Ganz besonders fatal für die charakterliche Entwicklung von Männern wirkt sich gesellschaftlich zusätzlich aus, dass wir in unserer Kultur weitestgehend jegliche Form der Initiationsriten abgeschafft haben, weil sie uns zu "primitiv" und unnütz erschienen.

Das Ergebnis sind erwachsene Männer, die in vielen Punkten so gar nicht erwachsen wirken. Oft haben sie gelernt, sich nach außen souverän und stark zu geben, innerlich fehlt es jedoch an Rückgrat und der Fähigkeit, einen eindeutigen Standpunkt einzunehmen und - wo sinnvoll - auch gegen äußere und innere Widerstände zu verteidigen. Man kann sich nicht an ihnen reiben, wodurch sie ihren Kindern nicht als Orientierung dienen und auch außerhalb der Familie selten respektiert werden

Nicht nur fehlt es in unserer Gesellschaft an Initiationsriten, auch gibt es zu wenig Möglichkeiten für junge Männer, bei gereiften, wirklich erwachsenen Männern zu lernen, was Männlichkeit auch bedeuten kann. Zu sehr denken wir dabei häufig in Klischees. Der weinerliche Weichling Willi oder der machetenhafte Macho Markus (die Sendung "Schwiegertochter gesucht wäre sicherlich hochzufrieden über diese Alliterationen - und nein, ich verrate nicht, warum ich solch eine Sendung überhaupt kenne).

Hier wirkt auch ein viel zu wenig beachtetes Thema stark mit hinein (wie in die meisten anderen Elternkomplexe ebenso): Das Erbe besonders des letzten Weltkriegs und der millionenfach schwerst traumatisierten oder fehlenden Väter (selbstverständlich nicht nur der Väter), die über verschiedene zunehmend besser erforschte Mechanismen an die Folgegenerationen weitergegeben wurden / werden, ohne dass diese bewusst etwas davon wissen. So werden wir auch heute noch von den im Familiensystem unaufgearbeiteten seelischen Traumata beeinträchtigt, die bereits mehrere Generationen zurückliegen. Das Thema dieser transgenerationalen Traumaweitergabe und transgenerationalen Traumatherapie ist so komplex, weitreichend und wert, angesehen zu werden, dass ich mich hier auf die reine Andeutung beschränken möchte. Diesen Themenkomplex werde ich zu einem späteren Zeitpunkt ganz ausführlich behandeln, damit er die Aufmerksamkeit und den Raum bekommt, den er verdient. An dieser Stelle möchte ich nur so viel sagen:
Wir haben noch unvorstellbar viel aufzuarbeiten, damit der Krieg endlich wahrhaft zu ende sein darf in der gemeinsamen Seele aller Betroffener und ihrer Nachkommen. Hier findet sich auch häufig die Ursache für ausgeprägte Blockaden und Symptome, die aus der Lebensgeschichte des Einzelnen heraus unverhältnismäßig und nicht erklärbar scheinen. Nicht selten gehören diese woanders hin; zu einem Ahnen, dessen Leiden so lange in uns weiterlebt und von uns ebenso weitergegeben werden kann, bis es endlich angeschaut, gewürdigt, aufgearbeitet und losgelassen werden darf. Diese Aufgabe fällt uns Nachgeborenen zu. Es sind dann die traumatisierten Introjekte unserer Vorfahren, deren Leiden, Taten, Ängste und Geheimnisse, die unterhalb der Bewusstseinsschwelle als Mitglieder unserer inneren Familie ein Eigenleben führen und unsere Handlungen, Gedanken und Gefühle beeinflussen. Natürlich ist dies besonders für unser Land ein hochsensibles Thema, das fast immer die Sippenschuld und deren Auswirkungen im Schlepptau hat, was die Aufarbeitung oder überhaupt nur darüber zu sprechen vor allem in der Vergangenheit enorm erschwert hat. Leicht konnte man glauben, man wolle eigenes selbst erfahrenes Leid gegen das, welches den anderen zugefügt wurde, aufrechnen. Erst mit jetzt rund 75 Jahren Abstand zum Kriegsende (8. Mai 1945) scheint die Distanz so groß zu sein, dass eine wirkliche Aufarbeitung auch dieses Themas möglich scheint. In späteren Artikeln und Podcasts mehr dazu, denn ich habe mich entschlossen, meinen mehr als bescheidenden Teil dazu beizutragen, dieses Thema mehr in den Fokus zu rücken.

Für den Moment erstmal zurück zum allgemeinen ursprünglich negativen Vaterkomplex des Mannes: Weil viele Männer, denen ein passendes väterliches Rollenvorbild fehlt, dazu neigen, sich in archetypisch-einseitigen und extremen Männerbildern zu verlieren, sei hier ein für alle Mal gesagt: Der Marlboro Man oder Rambo sind keine Bilder für echte Männlichkeit. Es sind archetypische Kunstfiguren. Weder der devote Frauenversteher noch der gockelhafte Macho sind Verkörperungen reifer Männlichkeit. Es sind jugendlich unreife Vorstadien und Fehlentwicklungen, denen - zumindest bei der Kunstfigur Rambo - schwere Traumatisierungen zugrunde liegen. Kompensationsstrategien auf der Ebene Kampf (Macho) oder Flucht (harmoniesüchtig) oder Totstellreflex (komplett überfordert damit, das Leben auf die Reihe zu bekommen).

Ein gutes metaphorisches Bild für gereifte Männlichkeit wäre der Kaiser in seinem archetypischen Sinne als "oberster Diener" seines Volkes. Leider mangelt es bei unserer modernen Lobbyismus-Politik an echten Führungspersönlichkeiten mit diesem Selbstverständnis. Männlich wie weiblich. Die kaiserliche Energie schafft Strukturen - einen Rahmen - in dem alles gedeihen kann. Diese Energie ist selbstverständlich auch Frauen zugänglich, doch sie entspricht natürlicher der gereiften Männlichkeit, während der weiblichen Energie andere, garantiert nicht weniger wertvolle und essenzielle Aufgaben unterliegen.

Wir sind eben nicht alle so gleich, wie uns die großen Gleichmacher gerne hätten. Gleichwertigkeit bedeutet nicht Gleichheit, sondern GleichWERTigkeit und sonst nichts. Mein Gott, was alles dadurch verloren geht, dass Frauen heute gesellschaftlich angeordnet versuchen sollen, immer männlicher zu werden und Männer immer weiblicher. Wir müssen nicht alle gleich sein zum Kuckuck nochmal. Wir sollten unsere Andersartigkeiten feiern. Aus Polarität erwächst Spannung, die befruchtet. Und das nicht nur biologisch, sondern ebenso geistig und kulturell.

Wir brauchen nicht mehr Frauen in den Führungsetagen, die systemisch gezwungen versuchen müssen, Probleme auf eine männliche Art zu lösen. In den Führungsetagen (und nicht nur dort) brauchen wir sowohl kaiserlich-gereifte Männer als auch Frauen, die Frauen sein dürfen und Probleme auf eine weibliche Art lösen. Alles andere ist Opium fürs Volk und Schönfärberei von Statistiken.

Aber ich schweife wieder ab. Zurück zum ursprünglich negativen Vaterkomplex des Mannes.  Dieser kann natürlich nicht nur durch abwesende oder schwache Väter entstehen, sondern auch durch tyrannische und despotische Väter, die das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen ihrer Söhne (und häufig nicht nur derer) geradezu systematisch demontieren. Die Verfahrensweisen sind dabei unterschiedlich und reichen von der permanenten Herabsetzung der Söhne besonders in der Gegenwart anderer, über das komplette Ignorieren von allem Guten, was von den Söhnen kommt, bis hin zu massiver körperlicher Gewalt.

Ein literarisches Beispiel wie ein ausgewachsener ursprünglich negativer Vaterkomplex in natura aussieht, ist Franz Kafkas kleines Büchlein "Brief an den Vater". Wenn du von dem Thema betroffen bist, lies es. Dir wird auch auffallen, dass Kafka hier einen großen Eigenanteil an der Entstehung seines ursprünglich negativen Vaterkomplexes hat, indem er den Vater in seiner Wahrnehmung verzerrt und seinen Handlungen negative Bedeutungen zuschreibt und ihm Motive unterstellt, die diese haben können, aber bei weitem nicht müssen. [Werbung]

Im Extremfall ist das gesamte Existenzgefühl eines Mannes mit einem ursprünglich negativen Vaterkomplex das Gefühl, ein Nichts in einer bedrohlichen Welt zu sein. Das Leben ist von Vergleichen geprägt. Ursprünglich natürlich mit dem Vater, neben dem man nie bestehen konnte. Dieser wird gleichermaßen verachtet, umworben, verehrt, auf den Thron gehoben, abgewertet, usw. Viele pendeln zwischen dem Weg der Anpassung, der zur Folge hat das eigene Ich vollkommen aufzugeben, um die Achtung des Vaters zu erlangen und der totalen Rebellion, die jedoch selten gelingt, da die Söhne solcher Väter sich häufig als zu schwach erleben. Perfide ist, dass die Achtung des Vaters auch durch totale Unterordnung und das Nachleben des Wertesystems des Vaters nicht zu erringen sind, da dieser einen dann für die eigene Schwäche verachten wird.

Der Mann mit negativem Vaterkomplex in Beruf und Alltag

Sofern die Rebellion nicht überwiegt - und das ist hier selten der Fall - leiden Männer mit einem ursprünglich negativen Vaterkomplex unter ihrem schwachen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Das zeigt sich auch darin, dass sie beruflich häufig weiter unter ihren Möglichkeiten bleiben und bei Beförderungen trotz oft guter Leistungen scheinbar magisch übergangen werden. Dann bekommt der weniger qualifizierte Kollege den Job, weil dieser einfach selbstbewusster auftritt und man ihm die Leitung der Abteilung eher zutraut.

Wird der Sohn stark davon beeinflusst, den Vater auch als Erwachsener noch zu beeindrucken, so sind durchaus auch große Karrieren drin. Diese sind dann trotz sichtbarer Erfolge häufig getrieben und unerfüllt, da die Bewunderung des Vaters meist ausbleibt. Doch selbst wenn sie kommt, können die Söhne sie oft nicht nehmen, weil sie einfach nicht kongruent zu ihrem negativen Selbstwertgefühl wäre. Dann verhalten sie sich ähnlich wie Groucho Marx, dem der Satz zugeschrieben wird: "Einem Club, der (einen wie) mich aufnehmen würde, würde ich prinzipiell nicht beitreten."

Gelingt es den Söhnen nicht, sich aus der Rebellion zu lösen, werden sie häufig wie besessen davon getrieben, den Vater ausstechen zu wollen. Mir persönlich ist ein Fall bekannt, indem der Sohn in die Kanzlei des Vaters eingestiegen ist, nur um diesen dann später aus seiner eigenen Kanzlei rauszuklagen. Doch diese vermeintlichen Siege über den Vater richten in der Seele des Sohnes großen Schaden an. Unter anderem, weil sie die systemische Ordnung verletzen. Mehr dazu in meinem Lexikon: Systemische Gesetze

Der Mann mit negativem Vaterkomplex in der Beziehung

Auch Kafka ist es nie gelungen, eine funktionierende Beziehung zu führen. Er hielt die Ehe und die Gründung einer eigenen Familie für das höchste zu erreichende Gut und hatte die Fantasie, wenn ihm dies gelänge, könnte er seinem Vater zumindest in diesem Bereich ebenbürtig werden. Doch wie soll eine Beziehung auch gelingen, wenn die Partnerin so instrumentalisiert wird und es nicht um sie sondern auch hier um den Vater geht?

Prinzipiell tun sich Männer mit ursprünglich negativem Vaterkomplex schwer mit Beziehungen. Aufgrund ihres stark deformierten Selbstwertes und dem Gefühl, kein vollwertiger Mann zu sein, suchen sie sich häufig dominante Frauen, die sie in diesen Grundannahmen bestätigen. Wie es zu solchen Paarkonstellationen kommt und auf welche Weise diese dominanten Frauen wiederum aufgrund ihrer eigenen Prägung scheinbar davon profitieren, sich ein schwaches Gegenüber zu suchen, ist ein anderes spannendes Thema.

Natürlich gibt es hier auch andere Verläufe und Konstellationen. In dieser Artikelserie beschränke ich mich wie immer auf die häufigsten und prägnantesten Beispiele. Es hängt ja nicht zuletzt von einer großen Zahl an unterschiedlichen Faktoren ab, wie sich ein Elternkomplex im Leben eines Menschen konstelliert. Beispielsweise von der Färbung des Komplexes des jeweils anderen Elternteils, der Ausprägung der Komplexe, dem Vorhandensein anderer Ressourcen, der Resilienz, usw.

Der Mann mit negativem Vaterkomplex Wachstumskrise

Wird meist dann eingeleitet, wenn das Gefühl, als Mann ein Nichts zu sein so unerträglich geworden ist, dass Handlungsbedarf besteht. Meist - aber nicht immer - liegt der Auslöser in Verletzungen, die in den eigenen Paarbeziehungen entstehen. Verlassen zu werden, weil man für die Partnerin oder den Partner nicht "Manns genug" ist, zählt für das männliche Selbstbewusstsein sicher zu den schmerzlichsten Erfahrungen, die möglich sind. Viele Partnerinnen wären sicher noch vorsichtiger mit kastrierenden Äußerungen und / oder Verhalten, wenn sie wüssten, wie sehr dieser Stachel einen Mann mit Problemen in diesem Bereich schmerzt. In vielen Fällen suchen betroffene Männer nach dem Zusammenbruch und in der Wachstumskrise Männergruppen auf. Das kann eine wunderbare Gelegenheit sein, sofern die Gruppe von einem therapeutisch erfahrenen und wirklich gereiften Mann geführt wird und die Aufarbeitung der männlichen Energie gerecht wird, anstatt dass man versucht, unmännliche Männer auf eine eher weibliche Art zu therapieren, um ihre Männlichkeit zu stärken, wie es leider häufig der Fall ist.

Die Wachstumsherausforderung für den Mann mit negativem Vaterkomplex

Liegt ganz klar in der Loslösung vom Vater und der Versöhnung mit der männlichen Linie. Egal, wie der Vater war oder ist, wir müssen unseren Frieden mit ihm schließen und im Notfall unsere Männlichkeit unabhängig von diesem entwickeln, indem wir die Gesellschaft und den Rat anderer reifer Männer suchen, anstatt wie gewohnt zu unseren Müttern und Frauen zu rennen, um von ihnen zu lernen, was es heißt, ein Mann zu sein.

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*Hinweise, Datenschutz, Analyse, Widerruf

Für die Artikelserie u.a. verwendete und weiterführende Literatur:

*Verena Kast, „Vater-Töchter Mutter-Söhne – Wege zur eigenen Identität aus Vater- und Mutterkomplexen“, Kreuz-Verlag, 5. Auflage der Neuausgabe 2005
*Louis Schützenhöfer, „In aller Liebe – Wie wir unsere Mutter überleben“, Verlag Herder GmbH, 2004
*Colin C. Tipping, „Ich vergebe – Der radikale Abschied vom Opferdasein“jKamphausen Verlag, 11. Auflage 2010
*Alice Miller, „Am Anfang war Erziehung“, Suhrkamp Taschenbuch Verlag, 1. Auflage 1983
*Marie-Louise von Franz, „Der ewige Jüngling – Der Puer Aeternus und der kreative Genius im Erwachsenen“, Kösel-Verlag, 1987
*Bruno Bettelheim, „Die symbolischen Wunden – Pubertätsriten und der Neid des Mannes“, Fischer Verlag, November 1982
*Alexander Mitscherlich – „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“, Piper Verlag, Neuausgabe 1973
*John Eldredge, „Der ungezähmte Mann – Auf dem Weg zu einer neuen Männlichkeit“, Brunnen Verlag, 15. Auflage 2013
*Clarisse Pinkola Estés, „Die Wolfsfrau – Die Kraft der weiblichen Urinstinkte“, Heyne Verlag, 6. Auflage 1993
*Bjørn Thorsten Leimbach, „Männlichkeit leben – Die Stärkung des Maskulinen“, Ellert & Richter Verlag, 8. Auflage 2014
*Astrid Leila Bust, „Weiblichkeit leben – Die Hinwendung zum Femininen“, Ellert & Richter Verlag, 5. Auflage 2017
Robert Bly, „Eisenhans – Ein Buch über Männer“, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Juni 2005
Robert Moore & Douglas Gillette, „König Krieger Magier Liebhaber – Initiation in das wahre männliche Selbst durch kraftvolle Archetypen“, Aurinia Verlag, 2014
*Roland Kopp-Wichmann, „Frauen wollen erwachsene Männer – Warum Männer sich ablösen müssen, um lieben zu können“, Herder Verlag, 2011
Gerald Hüther, „Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn“, Vandenhoeck & Ruprecht Verlag, 2009
*David Deida, „Der Weg des wahren Mannes – Ein Leitfaden für Meisterschaft in Beziehungen, Beruf und Sexualität“, J Kamphausen Mediengruppe GmbH, 14. Auflage 2015

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