Trauma Bonding

Trauma Bonding Toxische Beziehung

Trauma Bonding: Für einen selbst und die meisten Außenstehenden ist es nicht einfühlbar, warum wir uns nicht von einem Menschen lösen können, der uns immer wieder missbraucht. Emotional und vielleicht sogar körperlich. Die Ursache liegt in einem Schutzmechanismus, der tief in unserer Psyche verankert ist. Er wird allgemein als Trauma Bonding bezeichnet.

Trauma Bonding in der toxischen Beziehung

Trauma Bonding ist eine typische Folge starken psychischen und / oder physischen Missbrauchs, wie er auch in einer toxischen Beziehung stattfindet. Trauma Bonding macht es uns extrem schwer, uns vom "Täter" zu lösen.

Das wohl bekannteste Beispiel für Trauma Bonding ist das Stockholm Syndrom. Es hat seinen Namen von einem Phänomen, das zum ersten Mal bei einem Bankraub mit fünftägiger Geiselnahme in Schweden aufgefallen ist. Er dauerte vom 23. - 28. August 1973 und gab allen Beobachtern Rätsel auf.

Dabei bauten die Geiseln ein besonderes Verhältnis zu ihren Geiselnehmern auf. Man würde erwarten, dass sie mit Wut, Angst und Abscheu reagieren würden, nachdem sie einem mehrtägigen Martyrium ausgesetzt waren. Zumal bis zum Ende nicht sicher war, ob sie es überleben würden. Doch es geschah genau das Gegenteil.

Die Opfer des Missbrauchs solidarisierten sich mit ihren Geiselnehmern und ergriffen Partei für diese. Sie versuchten sie sogar vor Polizei und Gericht in Schutz zu nehmen.

Dabei gaben sie vor, die Täter viel besser zu kennen und zu verstehen, als die Beamten. Sie waren sicher, dass diese keine so bösen Menschen waren, wie es der Öffentlichkeit erschien. Die Geiseln besuchten im Anschluss an das Gerichtsverfahren sogar die Täter regelmäßig im Gefängnis Eine Geisel fing eine Beziehung mit einem der Täter an.

Was uns eigentlich schützen soll, macht uns abhängig

Hier greift ein Überlebensmechanismus, der in akuten Gefährdungssituationen unser Überleben sichern soll. Leider macht er jedoch auch hochgradig abhängig. Hier spielen verschiedene Faktoren zusammen.

Einer davon ist die Isolierung des Opfers beim Trauma Bonding. Das geschieht nicht nur bei Geiselnahmen. Isolation findet ebenso in der toxischen Beziehung mit einem Narzissten statt. Durch sie übernimmst du als Opfer des emotionalen Missbrauchs nach und nach die Sichtweise des Täters.

Du erlebst dich also nach einer Weile selbst so, wie dein toxischer Partner dich sieht. Dann glaubst du, du seist genauso schlecht, unfähig oder bedürftig, wie er dir immer wieder suggeriert.

Typisch für Trauma Bonding ist die kontinuierliche Destabilisierung des Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls des Opfers. Bist du diesem emotionalen Missbrauch länger ausgesetzt, glaubst du, du seist schuld, dass er sich dir gegenüber so verhält.

Das Push-and-Pull Verhalten des Narzissten erzeugt in deinem Gehirn einen Cocktail von Dopamin und Oxytocin. Dieser Hormon-Mix macht süchtig wie Heroin. Du kommst buchstäblich nicht mehr los von deiner Droge.

Diese Droge ist dein toxische Partner. Darum laufen auch so viele Menschen immer wieder zu ihrem missbrauchenden Partner zurück. Egal, wie sehr er sie misshandelt hat. Für Außenstehende, die Trauma Bonding nicht kennen, ist das schwer nachvollziehbar.

Partielle (intermittierende) Verstärkung beim Trauma Bonding

Partielle bzw. intermittierende Verstärkung ist ein Begriff aus der Lernpsychologie. Gemeint ist das nur gelegentliche Verstärken (Belohnen) eines gezeigten Verhaltens nach dem Zufallsprinzip. Durch diese Art der Belohnung lernen wir zwar langsamer, dafür sind die so erlernten Verhaltensweisen hinterher kaum mehr auszurotten.

Dabei spielt das Hormon Dopamin eine wichtige Rolle. Es ist ebenso an jedem Lernvorgang beteiligt, wie an unserem Suchtverhalten. Die nur gelegentliche Verstärkung erzeugt in unserem Gehirn eine Dopamin basierte Reaktion, die absolut süchtig macht.

Erstmalig fiel dieser Zusammenhang in Tierversuchen auf. In verschiedenen Versuchsanordnungen wurde Katzen, Ratten, Tauben oder Affen trainiert. Ihnen wurde zum Beispiel beigebracht, einen Hebel zu betätigen, durch den sich eine Klappe öffnete. Hinter der Klappe lag manchmal Futter, manchmal nicht. Diese Versuchsanordnung machte die Tiere regelrecht abhängig davon, den Hebel zu betätigen.

Sie konnten kaum damit aufhören. Ganz anders war es, wenn hinter der Klappe jedes Mal Futter lag. Dann hörten die Tiere schnell wieder damit auf, wenn längere Zeit kein Futter mehr hinter der Klappe lag (Löschung / Extinktion).

In einem ähnlichen Experiment (Ferster & Skinner, 1957) pickte eine Taube weitere 18.000 Mal! nach Aussetzen der Belohnung. Alleine in den ersten 4 Stunden, nachdem sie dafür kein Futter mehr bekam. Sie benötigte weitere 168 Stunden vergeblichen Pickens, bis sie das zuvor durch partielle Verstärkung erlernte Verhalten aufgab. Leider unterscheiden wir uns hier kaum von Tauben.

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