Toxische Beziehung: Wenn die Partnerschaft krank macht

Toxische Beziehung

Toxische Beziehungen zerstören ganze Leben. Bleib nicht darin gefangen, bis von dir nichts mehr übrig ist. Hier erfährst du, woran du eine toxische Beziehung erkennst. Ich erkläre dir, was du tun kannst und auf keinen Fall tun solltest. Auch, welche deiner Prägungen dich anfällig für toxische Partner machen.

Entlarve das manipulative Verhalten deines toxischen Partners. Erwirb dir ein detailliertes Verständnis der Eigenheiten eurer empathisch-narzisstische Beziehungsdynamik. Erkenne deine eigenen Anteile, die es ihm überhaupt erst ermöglicht haben, sein perfides Psychospiel mit dir zu spielen. Dann löse deine zugrunde liegenden Themen, damit dir so etwas nie wieder passieren kann.

Tipp: Dieser Artikel ist sehr umfangreich. Wahrscheinlich der umfangreichste, den es derzeit im Netz zu diesem Thema gibt. Verschaffe dir am besten zunächst einen Überblick. Ein Klick auf die drei Punkte am rechten Rand und öffne das Inhaltsverzeichnis. Du kannst den Artikel von Anfang bis Ende lesen. Oder von dort aus gezielt zu dem Unterthema springen, das dich gerade am meisten interessiert..

Schwesterartikel - Narzissmus und Partnerschaft: Im Grunde lassen sich die Themen toxische Beziehung und Narzissmus nicht trennen. Um es für dich übersichtlicher zu gestalten, habe ich sie auf zwei Artikel aufgeteilt. Diese sind untereinander an allen relevanten Punkten verlinkt. Hier findest du den Schwesterartikel: >>> Narzissmus und Partnerschaft


Inhaltsverzeichnis
 

Was ist eine toxische Beziehung?

Was ist eine toxische Beziehung

Toxische Beziehungen kennzeichnen sich durch ein enormes Ungleichgewicht zwischen beiden Partnern. Sie sind für mindestens einen der Partner giftig. Durch den emotionalen Missbrauch des toxischen Partners verliert dieser immer mehr an Substanz, bis fast nichts mehr von ihm übrig ist. Als klassisches Beispiel dient die Beziehung zwischen einem Narzissten und seiner co-narzisstischen Partnerin. Hier gibt es kein Geben und Nehmen, wie es für gesunde Partnerschaften normal wäre.

Die Wesenszüge von Narzisst und Co-Narzisstin passen zusammen, wie Schlüssel und Schloss. In einer toxischen Beziehung existieren keine zwei Seiten. Beide sind auf derselben Seite - nämlich der des Narzissten. Wie sehr der nicht toxische Partner auch leidet und strampelt, am Ende wird er sich wieder dem toxischen Partner unterwerfen. Der narzisstische Partner gibt den Takt vor, zu dem der co-narzisstische Partner tanzt.

Manipulation ist kennzeichnend für eine toxische Beziehung

Ein weiteres Merkmal toxischer Beziehungen ist die intensive Manipulation durch den narzisstischen Partner. Das kann groteske Formen annehmen. Narzissten können die Wahrnehmung ihrer Mitmenschen so verdrehen, dass sie ihren Zwecken dient. Sie instrumentalisieren ihr Gegenüber. Menschen sind für sie wie Schachfiguren, die sie durch ihre Manipulationen bewegen können, wie es ihnen passt.

Je nach ihren Zielen überschütten sie dich mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit, von der du schnell abhängig wirst. Oder sie entziehen dir ihre Zuneigung und strafen dich mit stoischem Schweigen. Sie überziehen dich mit Schuldgefühlen, intrigieren und bringen Dritte gegen dich auf. Oft isolieren sie dich von Freunden und Familie. Oder sie verdrehen deine eigene Wahrnehmung, bis du dir selbst nicht mehr traust. Häufig kommt es auch zu massiven Drohungen, die durchaus auch in die Tat umgesetzt werden können.

Eine toxische Beziehung ist geprägt durch einseitige Empathielosigkeit und Manipulation

Typisch für eine toxische Beziehung ist auch die ausgeprägte Empathielosigkeit gegenüber dem "geliebten" Menschen. Empathielosigkeit ist ohnehin kennzeichnend für Narzissten. Dabei wirken sie oft sehr sympathisch. Sie sind meist gute Zuhörer. Besonders in der Anfangsphase eurer Beziehung.

Dann schenken sie dir ein Maß an Aufmerksamkeit, das süchtig macht (Love Bombing). Bist du erst einmal angefixt, fällst du umso härter, wenn sie dir deine neue Droge wieder entziehen.  Dann setzt du Himmel und Hölle in Bewegung, um den Ausgangszustand wieder herzustellen. Doch so schön wie am Anfang wird es nie wieder.

Lass dich nicht täuschen. Wenn ein Narzisst dir wie gebannt zuhört, heißt das nicht, dass  er sich wirklich für dich interessiert. Er ist gut darin, dir das Gefühl zu geben, was du sagst, sei ihm wichtig (kalte Empathie). Während du redest, sammelt er Informationen, um dich später besser manipulieren zu können. Toxische Partner haben einen sechsten Sinn für deine Schwächen. Sie verwenden sie auf perfide Weise gegen dich, um dich wie eine Marionette an ihren Fäden tanzen  zu lassen.

Eine kleine Vereinfachung

Ich nehme mir in diesem Beitrag ein paar Freiheiten, damit er sich leichter lesen lässt. Unter anderem tue ich so, als wären die Männer immer die Narzissten und die Frauen die Empathen. Das stimmt natürlich nicht. Es gibt in der Praxis genauso weibliche Narzissten wie männliche Empathen.

Jedoch sind 85 Prozent meiner Klienten weiblich. Außerdem verhalten sich weibliche Narzissten in einer toxischen Beziehung anders als männliche. Untersuchungen zufolge sind in einer toxischen Beziehung zu ca. 75 Prozent tatsächlich Männer die Narzissten. Deshalb ist diese Vereinfachung hier sinnvoll.

---> Wie sich weiblicher Narzissmus äußert, erfährst du übrigens hier

Der Einfachheit halber verwende ich auch viele Begriffe synonym, die sich noch genauer unterscheiden ließen. Beispielsweise "toxischer Partner" und "Narzisst" oder "Empathin" und "Co-Narzisstin". Für unsere Zwecke ist das legitim. Es liest sich auch einfach flüssiger.

Woran erkennt man eine toxische Beziehung?

In der toxischen Beziehung geht es mindestens einem Partner zunehmend schlechter, je länger die Beziehung dauert. Der toxische Partner nimmt dagegen immer mehr Raum ein.

Wenn sich deine Gedanken nur noch um den Partner und eure Beziehung drehen, solltest du aufpassen. Häufig ist es keine Liebe sondern ein  Cocktail aus Abhängigkeit, Verlustängsten und Minderwertigkeitsgefühlen. Ausgelöst durch das manipulative Verhalten des toxischen Partners.

Kannst du dich kaum noch auf die Arbeit konzentrieren? Vernachlässigst du deine Freunde? Leidet dein Alltag, weil deine Gedanken permanent darum kreisen, was der andere tut, denkt, fühlt oder gemeint hat? Oder wo er gerade ist und mit wem? Dann bedeutet das nicht zwingend, das er der Eine für dich ist. Möglicherweise versteht er es nur ziemlich geschickt, deine Knöpfe zu drücken.

Woran erkennt man eine toxische Beziehung?

Eine toxische Beziehung ist hoch emotional

Dein verletztes inneres Kind durchlebt in einer toxischen Beziehung den Schmerz seiner Ursprungsverletzungen erneut. Es verfängt sich in seiner steigenden Hilflosigkeit, an der Situation etwas zu ändern.

Zu diesem Tanz gehören jedoch zwei. Ein toxischer Partner ist auf die Mitarbeit des anderen angewiesen, sonst funktioniert das Spiel nicht. Um dich dauerhaft in seinem narzisstischen Missbrauch gefangen zu halten, benötigt der Narzisst deine Hilfe.

Narzisst und Co-Narzisst haben feine Antennen füreinander. Sie ziehen sich an, wie zwei gegensätzlich gepolte Magnete. Zwischen ihnen stimmt die Chemie einfach. Zumindest am Anfang der toxischen Beziehung (Love Bombing Phase).

Mit fatalen Folgen. Während der Narzisst sich einfach ein neues Opfer sucht, wenn er die Lust an dir verliert, bleibst du häufig zerstört zurück. Im schlimmsten Fall benötigst Du Jahre, um dich aus den versprengten Fetzen deiner Seele wieder zusammenzusetzen.

Keine toxische Beziehung ohne emotionales Drama

Ein weiterer Hinweis auf eine toxische Beziehungen ist das Drama. Eine von narzisstischem Missbrauch geprägte Beziehung ist wie das tosende Meer. Alles in eurer vergifteten Beziehung ist irgendwie drüber. Zu viel oder zu wenig. Schwarz oder weiß. Wobei die einzelnen Phasen sich schneller abwechseln können, als deine Wahrnehmung hinterher kommt. Dazwischen gibt es höchstens kurze Ruhephasen.

In der Anfangszeit wirst du vom toxischen Partner mit einem Maß an Zuneigung überhäuft, das alles andere als normal ist. Viele glauben dann, endlich den Richtigen gefunden zu haben. Böse Falle!

Der schnelle Wechsel zwischen diesen emotionalen Highs und Lows erzeugt in deinen Hirnwindungen einen Hormoncocktail, der süchtiger macht, als Kokain. Der toxische Partner wird deine Droge. Du kommst nicht mehr von ihm los und würdest alles für den nächsten Schuss tun.

Wie erkenne ich eine toxische Beziehung?

Warnsignale toxische Beziehung

Du kannst eine toxische Beziehung leicht erkennen, wenn du die entsprechenden Warnsignale kennst. Steckst du jedoch schon länger drin, ist deine Wahrnehmung durch die narzisstische Manipulation des toxischen Partners häufig stark verzerrt. Du vertraust dir und deiner Wahrnehmung nicht mehr.

Vielleicht denkst du, du selbst seist im Grunde das Problem und es läge an dir, dass eure Beziehung nicht läuft. Das wäre typisch für Empathen. Sie haben die Neigung, sich permanent selbst zu reflektieren. Deshalb ziehen sie sich manchen Schuh viel zu schnell an. Ob er ihnen passt, oder nicht. Ein gefundenes Fressen für Narzissten.

Als Co-Narzisstin trägst du häufig ungewollt zur Aufrechterhaltung der toxischen Beziehung bei. Zum Beispiel, indem du alles relativierst und im Zweifel dem Standpunkt des Narzissten mehr vertraust, als deiner eigenen Wahrnehmung.

Dein Bauchgefühl sagt dir vielleicht, dass hier etwas nicht stimmt. Doch anstatt darauf zu hören, denkst du tagelang darüber nach, ob der Partner nicht doch recht haben könnte. Du liest körbeweise Bücher über Beziehungen und Persönlichkeitsentwicklung und versuchst, dich selbst wieder in die Spur zu bringen.

Irgendwie muss das Problem doch zu lösen sein. Was machst du nur falsch? Dieses Überreflektieren macht es schwer, den emotionalen Missbrauch zu erkennen und die Notbremse zu ziehen.

Finde heraus, ob du in einer toxischen Beziehung bist

Bin ich in einer toxischen Beziehung? Falls du dich das fragst, sind hier 10 Fragen, die dir Klarheit verschaffen.

Noch mehr Anzeichen findest du in meinen Artikel:

---> Narzissmus und Manipulation - 34 Red Flags, die du unbedingt kennen solltest

1. Wie geht es dir in deiner Beziehung?

Fühlst du dich im Großen und Ganzen wohl mit deinem Partner? Oder geht es dir häufig schlecht wegen eurer Beziehung? Suchst du regelmäßig im Internet nach Informationen, die dir helfen, dich selbst und deinen Partner besser zu verstehen? Liest du Selbsthilfebücher um herauszufinden, was in eurer Beziehung schief läuft? Hattest du schon einmal Angst vor deinem Partner? Beispielsweise wenn er einen heftigen Wutausbruch hatte? Hat dein Partner dir schon einmal gedroht oder ist handgreiflich geworden?

2. Führt ihr eine ausgewogene Beziehung?

Ist eure Beziehung eher ausgeglichen? Oder dreht sich im Grunde alles um deinen Partner? Wie ist es, wenn es dir mal schlecht geht und du nicht auf die gewohnte Weise funktionierst? Die Welt des Narzissten dreht sich einzig und allein um ihn selbst. Andere Menschen sind ihm nur in sofern wichtig, wie sie ihm geeignet erscheinen, seine Bedürfnisse zu erfüllen. Klingelt da was?

Ein Narzisst empfindet es als Majestätsbeleidigung, wenn du dich mit einem Bedürfnis an ihn wendest. Zum Beispiel, wenn er sich mal ausnahmsweise um dich kümmern soll, weil du krank das Bett hüten musst. In meiner Praxis höre ich viele Geschichten. Etwa von toxischen Partnern, die lieber mit den Kumpels ein Bier trinken gehen, als ihrer Frau im Kreißsaal beizustehen.

Wenn ein Narzisst tatsächlich mal seine Bedürfnisse hinter deine stellt, dann meist aus taktischen Gründen. Oder nur unter großem Murren. Du spürst dabei den unterschwelligen Vorwurf in seinem gesamten Verhalten.

Außer er gefällt sich in der Rolle des perfekten Partners oder Vaters. Dann nutzt er solche Gelegenheiten, um vor anderen seine Großartigkeit zu demonstrieren und badet in deren Bewunderung.

Sobald die Zuschauer weg sind, ist's dann aber schnell wieder Essig mit dem vorbildlichen Verhalten. Eine Sonderkategorie sind hier ebenfalls so genannte Weiße Ritter Narzissten. Dieser muss dich retten, um seinen Selbstwert zu stabilisieren. Aber wehe, es geht dir dann auch wirklich wieder gut und er fühlt sich überflüssig.

3. Wurdest du isoliert?

Typisch für eine toxische Partnerschaft ist die schrittweise Isolierung durch den toxischen Partner. Das kann viele Formen annehmen und muss nicht immer über direkt ausgesprochene Verbote geschehen. Häufig geschieht es subtiler. Er macht sich etwa über deine Hobbys lustig oder sagt, dass deine Freundinnen ihn ärgern, wenn du weg bist. Oder er findet, dass deine Familie dir nicht gut tut, weil du dann immer so anders bist.

Nach und nach schneidet er dich nicht nur von deinen sozialen Kontakten ab. Er isoliert dich auch von sämtlichen deiner Kraftquellen. So verhindert er, dass andere Menschen außer ihm Einfluss auf dich haben. Gleichzeitig wird er zu deiner einzigen Bezugsperson. Du wirst immer mehr auf ihn bezogen. Isolierung ist ein deutliches Warnsignal, das auf eine toxische Beziehung hindeutet.

4. Passt du dich deinem Partner immer mehr an?

Empathen übernehmen häufig die Verantwortung für die Gefühle anderer. Durch die Psychospielchen des toxischen Partners gerätst du so schnell in eine untergeordnete Position. Dann bist du ständig versucht, dich so zu geben, wie es dein Partner gerade braucht. Deine eigenen Bedürfnisse spielen immer weniger eine Rolle. Weder in eurer Beziehung noch in deinen Gedanken.

Alles dreht sich darum, ihn zufrieden zu stellen, zu besänftigen, an dich zu binden und ihm zu gefallen. Das ist kein Zeichen großer Liebe. Es ist eine emotionale Überlebensstrategie, die durch die Push-and-Pull-Manipulation deines narzisstischen Partners verursacht wird. Isolation verstärkt dieses Verhalten zusätzlich.

5. Wie reagiert dein Partner, wenn du glänzt?

Typisch für eine toxische Beziehung ist, dass der Narzisst alle Bewunderung für sich beansprucht. Wehe, du wagst es, auch einmal zu glänzen. Dann reagiert er entweder teilnahmslos und gleichgültig oder er entwertet dich. Vielleicht redet er, deinen Erfolg klein oder relativiert ihn. Möglicherweise erinnert er dich auch im Moment deines Erfolges an all das, was du nicht kannst.

Oder er verhält sich diffus gereizt, traurig oder geknickt. Es ist offensichtlich, dass er dir deinen Erfolg nicht gönnt, ihn dir sogar neidet. In einer gesunden Partnerschaft ist hingegen genügend Raum für das Licht beider Partner vorhanden. Man gönnt einander seine Erfolge und nimmt persönlich Anteil daran. Beide freuen sich füreinander.

6. Wirst du klein gehalten und entwertet?

Hält dein Partner zu dir oder macht er dich vor anderen runter? Verteidigt er dich in einem Streit oder ergreift er Partei für deinen Gegner? Entwertendes Verhalten ist typisch für eine toxische Beziehung mit einem Narzissten. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen Macht und Kontrolle. Wer den anderen klein hält, fühlt sich groß und überlegen. Außerdem ist die Möglichkeit, er selbst könnte das Problem sein, im Selbstbild eines Narzissten nicht vorgesehen.

Deshalb projiziert er alles, was in der Beziehung schief läuft, auf dich. Damit verweigert er auch, Verantwortung für das Funktionieren eurer Partnerschaft zu übernehmen. Ganz abgesehen von seiner narzisstischen Unfähigkeit, Kritik anzunehmen.

Wenn dein Partner sich so verhält, fühlst du dich ohnmächtig und hilflos. Vielleicht spürst du auch eine Stinkwut im Bauch. Du bittest ihn beispielsweise, rücksichtsvoller mit deinen Gefühlen umzugehen oder keine Witze mehr auf deine Kosten zu machen. Statt auf deine Kritik einzugehen, wird ein Narzisst sie sofort von sich weisen. Anschließend projiziert er sie auf dich und deine eigenen "Defizite" und entwertet dich damit.

Auf die Bitte, Rücksicht auf deine Gefühle zu nehmen, wird er vielleicht so antworten

"Du bist viel zu sensibel. Das liegt an dem unaufgearbeiteten Konflikt mit deiner Mutter. Das Thema solltest du wirklich mal angehen!"

7. Wie geht dein Partner mit Veränderungen bei dir um?

Ob du nun die Mutter seiner Kinder, seine Dauergeliebte oder einer seiner Gelegenheits-Betthasen bist. Toxische Partner hassen es, wenn du dich veränderst. Zumindest nicht von dir aus. Er möchte dich lieber weiterhin in der Rolle haben, die er für dich vorgesehen hat.

Das scheint im Widerspruch dazu zu stehen, dass er dich permanent entwertet. Schließlich gibt er dir damit zu verstehen, dass du jetzt ungenügend bist. Doch du kannst es ihm im Grunde nie recht machen.

Egal, wie sehr du dich auch verbiegst. Es wird ihm zwar gefallen, wenn du seine Kritik umsetzt und ins Fitnessstudio gehst, weil er dich zu rund findet. Oder dich im Bett noch mehr anstrengst, weil er findet, dass du früher viel leidenschaftlicher warst.

Du änderst damit nur nichts an eurer Beziehungsdynamik, denn seine Wünsche sind wie eine Hydra. Hast du einen erfüllt, wachsen zwei neue nach. Er wird dich immer in einer untergeordneten Position halten und dir suggerieren, du wärst nicht gut genug. Er hält dich damit klein. In all den genannten Fällen gehen die Veränderungen, die du vornehmen sollst, von ihm aus. Sowas ist okay für ihn.

Aber was passiert, wenn du selbst auf die Idee kommst, etwas zu ändern? Ein neues Hobby, eine andere Verhaltensweise, weniger Abhängigkeit von ihm? Wenn er auf solche Veränderungen deinerseits abwertend, manipulativ oder gereizt reagiert, ist dies ein weiterer Hinweis auf eine toxische Beziehung.

8. Wie reagiert dein Partner auf Kritik von dir?

Narzissten sind schlicht und einfach nicht in der Lage, mit Kritik umzugehen. Meist reagieren sie darauf extrem gereizt oder geben dir die Schuld an dem, was du an ihnen kritisierst (Schuldumkehr). Dazu sind sie ausgesprochen nachtragend und rächen sich gerne für deine Anmaßung, sie offen zu kritisieren. Wenn du so etwas feststellen solltest, ist das ein weiteres Indiz für eine toxische Beziehung.

9. Geht eure Beziehung an deine Substanz und baust du immer weiter ab?

Steigt dein Stresslevel immer weiter an? Nimmt deine Verzweiflung zu, je länger ihr zusammen seid? Wird dein Selbstvertrauen immer dünner? Zeigst du bereits psychosomatische Symptome? Dann sind das deutliche Anzeichen für eine toxische Beziehung. Auch in einer gesunden Partnerschaft gibt es mal Streit. Man fühlt nicht gut und vom anderen missverstanden oder zu wenig beachtet.

Bei der toxischen Beziehung ist das jedoch ein Dauerzustand, der sich im Verlauf immer weiter verschlechtert. Eine toxische Beziehung ist ein Energie abbauendes System, durch das dem einen Partner immer mehr Lebensenergie entzogen wird. Bleibst du zu lange darin gefangen, bleibt von dir am Ende nur ein Schatten deiner selbst übrig.

10. Übernimmt dein Partner auch mal Verantwortung oder bist grundsätzlich du an allem schuld?

In der Welt eines toxischen Narzissten kommt der Gedanke, er könne Schuld an etwas sein, schlichtweg nicht vor. Ebensowenig wie persönliche Verantwortung. Ein echter Narzisst hat auch keine Partnerin sondern eine Bedienstete. Sein persönliches Grandiositätsempfinden führt zu ausgeprägtem Anspruchsdenken.

Er meint, alles stehe ihm zu, weil er so großartig ist. Deshalb ist er ein Nehmer, kein Geber. Er nimmt mit einer Selbstverständlichkeit, die empathische Menschen sprachlos machen kann. Kommt ihm das Wort "Danke" tatsächlich einmal über die Lippen, dann eher als taktische Manöver denn als Ausdruck echter Dankbarkeit.

In einer toxischen Beziehung gibt es daher immer ein deutliches Gefälle vom einen zum anderen Partner. Der toxische Partner beansprucht alles Gute für sich. Am Schlechten ist seine Partnerin schuld und diese hat es bitte auch in Ordnung zu bringen. Bei Beziehungsproblemen ist es demnach natürlich auch die gestörte Partnerin des Narzissten, die in Therapie gehört. Er selbst sieht sich ohne Fehl und Tadel und schwebt erhaben über den Dingen.

Was sind die gesundheitlichen Langzeitfolgen einer toxischen Beziehung?

Eine toxische Beziehung bedeutet chronischen Stress kombiniert mit massiven Ohnmachtsgefühlen. Das ergibt einen Cocktail, der nicht nur deine Seele nachhaltig schädigen kann sondern auch zu massiven körperlichen Folgen führt. Toxische Beziehungen machen krank an Seele und Körper.

Die Verhaltensweisen des toxischen Partners lassen deine inneren Alarmsysteme nicht zur Ruhe kommen und das oft über Jahre oder Jahrzehnte. Dein Nervensystem befindet sich in einem dauerhaften Zustand der erhöhten Alarmbereitschaft, von dem es einfach nicht runterkommt.

Der Hormonstatus in deinem Gehirn gerät völlig aus dem Gleichgewicht. Die Amygdala - das Angstzentrum - dreht permanent im roten Bereich. Dein dopaminerges System droht durchzuschmoren. Durch das Push-and-Pull Verhalten des toxischen Partners schüttet dein Hirn ständig große Mengen Dopamin aus. Der Partner wird deine Droge. Du wirst süchtig nach ihm wie nach Kokain.

Gesundheitliche Folgen einer toxischen Beziehung

Eine toxische Beziehung erschöpft dein Bindungssystem

Dein Bindungssystem erschöpft sich im Laufe der toxischen Beziehung, bis hin zur emotionalen Entfremdung. Das Bindungshormon Oxytocin hält dich im Spiel. Es nährt den malignen Optimismus, dass es dir doch noch gelingen könnte, mit diesem Partner eine wertschätzende Beziehung zu führen. Vielleicht, wenn du dich endlich genug angepasst hast.

Oder das negative Karma, das dich mit dieser "Dualseele" verbindet, aufgelöst wurde. Wenn er doch nur endlich verstehen würde, dass du die Eine bist. Diese falschen Hoffnung lässt dich auch kleinste Zeichen der Zuneigung vollständig überinterpretieren.

Deine Gedanken kreisen permanent um den Partner und eure toxische Beziehung und kommen nie zur Ruhe. Für viele endet das früher oder später in einer Erschöpfungsdepression, Angstzuständen, Herzrhythmusstörungen,  oder chronischer Schlaflosigkeit. Burnout durch Liebe - oder etwas, das erschreckend viele Menschen mit Liebe verwechseln.

Hör' dir hier meine Podcast-Folge über emotionale Entfremdung an:

Psychosomatische Folgen

Permanente Nervosität, Angespanntheit und Gereiztheit gehören ebenfalls auf diese Liste. Auch die Klassiker der Psychosomatik, die bekannten  Holy 7 nach Franz Alexander, fallen in diese Kategorie. Dazu zählen beispielsweise Neurodermitis, Magengeschwür (Ulcus ventriculi), Bluthochdruck (essentielle Hypertonie) oder psychovegetative Darmerkrankungen wie das Reizdarmsyndrom. Längere Zeit in einer toxischen Beziehung gefangen zu sein, zermürbt dich. Hast du es sogar mit einem gefährlichen Narzissten zu tun, kommen häufig noch die Folgen körperlichen Missbrauchs hinzu.

Hinzu kommen die Schäden, die ein Narzisst an deinem Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, deiner Selbstachtung und in deinem Sozialleben anrichtet. Viele müssen sich nach einer toxischen Beziehung aus ihren über das Schlachtfeld zerstreuten Überresten mühsam wieder zusammensetzen. Es kann Jahre dauern, bis du wieder die Alte bist. Narben bleiben trotzdem.

Viele erholen sich gar nicht mehr und den wenigsten gelingt es ohne professionelle Hilfe. Es gibt also eine Menge gute Gründe, dich aktiv mit der eigenen toxischen Beziehung auseinanderzusetzen. Dabei sollten nicht nur ihre Folgen behandelt werden. Mindestens genauso wichtig ist es, deine eigenen Muster näher zu betrachten.

Denn diese haben es dem toxischen Partner erst ermöglicht, dir dermaßen zuzusetzen. Erst dann kannst du sicher sein, dass dir so etwas nie wieder passiert. Mit etwas Glück verhinderst du somit auch, diese Muster an deine Kinder weiterzugeben. So sind auch sie durch deine Heilungsarbeit geschützt.

Warum ziehen sich Empathen und Narzissten so stark an?

Empathen Narzissten Anziehung

Zwischen Empathen und Narzissten besteht eine besondere Anziehungskraft. Sie haben einen eigenen Magnetismus, der sie unweigerlich zueinander hinzieht. Zumindest, solange die Empathin ihre Entwicklungsaufgaben noch nicht bewältigt hat. Theoretisch stimmt das umgekehrt auch für den Narzissten, doch gelten diese als ziemlich therapieresistent.

Beide Partner delegieren dabei ihre eigenen unerfüllten Bedürfnisse auf den jeweils anderen. Auf der einen Seite steht ein Mensch, der gerne zu viel gibt (Co-Narzisst). Auf der anderen einer, der gerne zu viel nimmt (Narzisst). Für beide stellt dies ihre gewohnte Art dar, zu anderen Menschen in Beziehung zu gehen. Sie kennen es nicht anders.

Der Narzisst hofft, von der Empathin alle seine Wünsche und Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Dabei möchte möglichst wenig zurückgeben und sich nicht verändern.

Die Empathin hofft insgeheim, dass etwas von dem faszinierenden Selbstbewusstsein des Narzissten auf sie übergeht. Gleichzeitig versucht sie, ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren, indem sie für ihr die perfekte Partnerin ist. Denn das ist die Art, wie sie gelernt hat, sich als wertvoller Mensch zu fühlen.

Mit der Zeit kommen die verborgenen Entwicklungsthemen ans Licht

So bleibt auch die Empathin in ihren kindlichen Bedürfnissen stecken und versucht, sich nicht weiterentwickeln zu müssen. Dabei ist es faszinierend, dass Empathinnen meist ein ausgesprochen großes Interesse an persönlicher Weiterentwicklung haben. Sie verschlingen ein Selbsthilfebuch nach dem anderen, während ihre wahren Entwicklungsthemen oft jahrelang vor ihnen verborgen bleiben.

Doch leider geht die Rechnung für beide nur kurzfristig auf. Je länger die Beziehung läuft, desto mehr kommen die Schattenseiten dieser Konstellation ans Tageslicht, denn hier gehen zwei Menschen auf der Ebene ihrer undifferenzierten kindlichen Bedürfnisse eine Beziehung ein und versuchen unbewusst, den eigenen anstehenden Reifungsschritten aus dem Weg zu gehen. indem sie diese an den Partner abgeben, anstatt selbst reifer und vollständiger zu werden.

Anthroposophische Sicht auf die Entwicklungsaufgaben in der toxischen Beziehung

Im Sinne der Anthroposophie nach Rudolf Steiner konnten hier die Entwicklungsaufgaben einer früheren Stufe nicht bewältigt werden. Dadurch kommt es in diesem Lebensbereich zu einer Stauung der Lebensenergie. Hinter dieser Blockade fließt immer weiter neue Lebensenergie nach. So erhöht sich der Druck auf die Blockade immer weiter, während auf der anderen Seite der Energiefluss zum Erliegen kommt.

Wenn der Energiefluss stockt, merkst du das daran, dass in dem entsprechenden Lebensbereich nichts so richtig funktionieren will. Egal, was du auch im Außen versuchst, nichts gelingt. Es ist, als würdest du mit den Füßen in klebrigen Pech stecken während du versuchst, einen Marathon zu laufen.

Weil sich in diesem Bereich immer mehr Energie aufstaut, nehmen die Probleme in diesem Teil deines Lebens stetig zu. Das fühlt sich nicht gut an. Doch das Leben sorgt dafür, dass du die anstehenden Lernaufgaben nicht ignorieren kannst. Du sitzt nach in der Schule des Lebens.

Lebenskrise als Wendepunkt

Die wachsenden Probleme wollen dir zusätzliche Gelegenheiten bieten, die versäumten Entwicklungsschritte nachzuholen. Manchmal muss der Druck erst so weit steigen, dass es zu einem Dammbruch kommt. Der geht dann meistens mit einer massiven Lebenskrise einher. Alles dysfunktionale bricht zusammen. So kommt der Energiefluss wieder in Gang. Dieser Weg ist häufig enorm schmerzhaft und bringt hohe Folgekosten mit sich. Nicht nur in finanzieller Hinsicht (Scheidung, etc.).

Hier ist es deutlich sinnvoller, deine offenen Entwicklungsaufgaben anzugehen, bevor es zum totalen Kollaps kommt. Im Life-Coaching helfe ich dir, diese Entwicklungsaufgaben zu erkennen und zu bewältigen. So kannst du die alten destruktiven Beziehungsmuster überwinden und die wertschätzende und liebevolle Partnerschaft führen, nach der du dich sehnst.

Narzisst und Co-Narzisstin versuchen bei dieser Dynamik unbewusst, die nicht gemeisterten Entwicklungsaufgaben an den Partner zu übertragen. Zum einen über die Partnerwahl. Zum anderen über ihr Verhalten in der Partnerschaft.

Das erklärt auch, warum die Lösung nicht im Außen liegen kann. Um dieses Thema dauerhaft zu bewältigen, musst du den Weg in die eigene Tiefe gehen. Dort wartet ein Schatz auf dich, der geborgen werden will: Dein wahres Selbst.

Empathisch-Narzisstischer Grundkonflikt

Unter Paartherapeuten gibt es einen geflügelten Satz: Wir gehen mit unserer verletzten Kinderseele auf Partnersuche. Das trifft sicherlich auf toxische Beziehungen mit Abstand am meisten zu.

Beziehungen und Partnerschaften sind der perfekte Rahmen für unsere inneren Kinder, ihre ungelösten Konflikte zu bearbeiten. Dafür finden wir mit traumwandlerischer Sicherheit die passenden Partner.

Zwischen zwei Menschen entsteht oft eine enorme Anziehungskraft, wenn sie ein ähnlicher ungelöster Grundkonflikt verbindet. Besonders, wenn beide auf unterschiedliche Weise versuchen, damit umzugehen.

Die Kinderseele in uns, die immer noch versucht, das alte Thema zu lösen. Wird sind fasziniert von unserem Gegenüber, das mit dem gleichen Thema so völlig anders umgeht, als wir selbst.

Toxische empathisch-narzisstische Beziehungsdynamik

Diese Polarität bei verbindendem Grundthema führt zu einer Anziehungskraft, der sich die Beteiligten kaum entziehen können. Gerade am Anfang einer toxischen Beziehung führt diese Polarität häufig zu enormer sexueller Spannung. Diese wird oft als große Leidenschaft fehlgedeutet.

Narzisstische Kollusion nach Jürg Willi

Das Kollusionskonzept des Schweizer Psychiaters Jürg Willi beschreibt die magnetische Anziehung zwischen Narzisst und Co-Narzisstin besonders treffend.

Demnach verbindet beide Partner ein gemeinsamer unbewältigter Grundkonflikt. Sie versuchen diesen Grundkonflikt in ihrem heutigen Leben auf unterschiedliche - meist entgegengesetzte Art - abzuwehren. Ihre Abwehrstrategien befinden sich dabei an entgegengesetzten Polen des Spektrums. Durch diese Polarität entsteht eine enorme Anziehungskraft.

Ein Partner geht mit dem ungelösten Grundkonflikt eher progressiv um, indem er überkompensiert. Angenommen, das Thema wäre Angst. Dann würde er so leben, dass er sich selbst und anderen zu beweisen versucht, dass er gar keine Angst hat. Vielleicht übt er demonstrativ eine gefährliche Extremsportart aus oder fährt wie ein Selbstmordkandidat Auto.

Der andere Partner geht regressiv mit dem gleichen Grundkonflikt um. Bleiben wir bei der Angst, würde er kaum das Haus verlassen und Risiken meiden, wie der Teufel das Weihwasser.

Denk nochmal an den oben stehenden Satz:

therapeutische Sprichwort

Wir gehen mit unserer verletzten Kinderseele auf Partnersuche

Jetzt verstehst du schon besser, wie die Anziehung bei der narzisstischen Kollusion funktioniert. Dein verletztes Kind spürt intuitiv, dass der andere die gleiche offene Wunde (gemeinsamer Grundkonflikt) in sich trägt. Eure verletzten Kinder erkennen sich und bewegen sich aufeinander zu.

Gemeinsame Urverletzung von Empathin und Narzisst

Das sorgt für ein hohes Maß an Empathie durch Wiedererkennen, besonders beim Komplementär-Narzissten, denn Gemeinsames verbindet. Umso mehr, wenn es sich dabei um eine gemeinsame Urverletzung handelt.

Auch der Narzisst spürt unbewusst, dass ihn etwas mit der Co-Narzisstin verbindet. Obwohl Empathie nicht gerade zu seinen Eigenschaften gehört (Ausnahme: kalte Empathie).

Das verletzte innere Kind in beiden ist fasziniert davon, dass der andere mit dem gemeinsamen Thema vollkommen anders umgeht.

Es versucht schon immer, diesen Grundkonflikt zu bewältigen und seine Urverletzung zu heilen, um wieder ganz zu werden. So keimt in ihm die Hoffnung, die Lösung des Partners übernehmen zu können.

Toxische Beziehung - Gemeinsame Urverletzung Narzisst und Empathin


Gleichzeitig delegiert es diesen Teil an den Partner, um abzuwehren, was ihm Angst macht. So versucht es, sich nicht mit bestimmten Aspekten seiner Urwunde auseinandersetzen zu müssen. Dafür gibt es ja jetzt den Partner, der diese Aspekte stellvertretend auslebt.

Unterschiedliche Bewältigungsmodi im Umgang mit der Urverletzung

Der gemeinsame Grundkonflikt bei gleichzeitig entgegengesetzten Bewältigungsmodi führt häufig zu einem Gefühl außergewöhnlich tiefer Verbundenheit mit wechselnder Anziehung und Abstoßung. Letzteres besonders dann, wenn die Versuche der Abwehr an ihre natürlichen Grenzen stoßen. Dann wird schnell deutlich, dass die Rechnung nicht aufgeht.

Beide sind wie Feuer und Wasser und kommen dennoch nicht voneinander los. Das gilt in der narzisstischen Kollusion ebenso für den Narzissten, auch wenn dessen Verhalten das Gegenteil suggerieren kann. Beide sind in der narzisstischen Kollusion gleichermaßen stark aneinander gekettet.

Dieses Verbundenheitsgefühl und die erlebte "Tiefe" in der narzisstischen Kollusion führen häufig zu dem Irrglauben, in einer besonders wertvollen Beziehung zu stecken. Verstärkt durch die süchtig machende Achterbahnfahrt der Gefühle mit wechselnden Phasen der Verschmelzung und Abwertung.

Verlustängste durch emotionale Achterbahnfahrt

Das Wechselbad der Gefühle triggert ebenso die  Verlustängste, besonders des Co-Narzissten. Diese Verlustangst interpretiere viele ebenfalls als Liebe, doch hat sie nichts damit zu tun.

Viele Betroffene glauben dann, sie dürften sich unter keinen Umständen trennen, weil sie Seelenverwandte seien oder dergleichen. So kommen beide erst recht nicht voneinander los. Häufig existiert zusätzlich der Glaubenssatz, wenn sie die Probleme nicht in dieser Partnerschaft lösen, sie von ihnen beim nächsten Mal umso stärker eingeholt werden.

Es stimmt, dass die narzisstische Kollusion eine besondere Form der "Partnerschaft" ist und heftigste Gefühle auslösen kann. Hier sind zwei Menschen aneinander gefesselt, die füreinander wie Kryptonit sind. Sie machen sich langfristig gegenseitig kaputt. Das gilt in dieser Form ebenso für den Narzissten.

Denn auch wenn er es eher versucht, so ganz kommt er meist doch nicht von seiner Komplementär-Narzisstin los. Am Ende kann das auch für ihn bis in den Melt Down führen. Zur Kernschmelze seines narzisstischen Selsbtildes mit völliger Dekompensation der Person.

Gemeinsame Lernaufgaben von Narzisst und Co-Narzisst

Selbstverständlich haben beide in der narzisstischen Kollusion gemeinsame Lernaufgaben. Oft führt kein Weg an therapeutischer Hilfe vorbei. Mit etwas Glück bist du dann zum letzten Mal in eine narzisstische Kollusion geraten. Aber niemand hat gesagt, dass ihr für euren Heilungsprozess unbedingt zusammen bleiben oder ihn gemeinsam bewältigen müsst.

Dieser unhinterfragte Trugschluss führt zu viel Leid. Allzu oft dient er dazu, die Verlustangst, die mit der möglichen Trennung einhergeht, abzuwehren.

Die Heilungsaussichten für den Co-Narzissten sind dabei deutlich größer, als für den Narzissten. Denn die Narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) gilt als nicht therapierbar. Auch wenn sich ihre Symptome in der Therapie in einigen Fällen lindern lassen.

Das setzt jedoch echte Krankheitseinsicht voraus, die sich schon mit dem grandiosen Selbstbild des Narzissten beißt. Zusätzlich wird eine große Motivation benötigt, um die Therapie auch durchzuhalten. Beides ist selten gegeben.

Gemeinsamer Grundkonflikt in der Narzisstischen Kollusion

Das gemeinsame Beziehungsthema zwischen Narzisst und Empathin kreist um das Spannungsfeld zwischen Verschmelzung und Autonomie in der Partnerschaft. Bei der toxischen Beziehung findet sich die stärkste Ausprägung eines Nähe-Distanz-Konflikts.

Beide tanzen um die Fragen: Wie weit muss ich mich in einer Beziehung selbst aufgeben und im anderen aufgehen? Und wie weit kann ich darin ich selbst bleiben?

Dabei befinden sich beide Partner in der narzisstischen Kollusion an den genau gegenüberliegenden Punkten des Spektrums. Exakt hier findet sich auch die Entwicklungsaufgabe beider Parteien. Auch wenn meist nur die Co-Narzissten sie irgendwann wirklich bewältigen.

Narzisstische Kollusion

Die Komplementär-Narzisstin ordnet sich zu sehr unter, geht zu stark auf im narzisstischen Partner. Was natürlich dadurch verstärkt wird, dass dieser sich hochgradig manipulativ verhält. Der Narzisst wiederum möchte in der Beziehung vollkommen er selbst bleiben. Alles soll sich ausschließlich um ihn drehen.

Dabei handelt es sich um typische Spannungsfelder jeder Beziehung, deren Bewältigung in der narzisstischen Kollusion jedoch nicht gelingt. Dazu gehören des weiteren Themen wie:

  • Wie weit muss ich mich in einer Partnerschaft abgrenzen?
  • Bis zu welchem Punkt sollen wir miteinander verschmelzen?
  • Wie sehr soll ich mein Eigenes entwickeln oder kann ich das vermeintlich bessere Selbst meines Partners entleihen?
  • Definiere ich meinen Selbstwert ausschließlich aus mir selbst heraus oder lasse ich meinen Partner über meinen Selbstwert bestimmen?

Ideal wäre ein harmonisches Fließgleichgewicht

In einer gesunden Partnerschaft finden beide Partner im Laufe der Zeit ein harmonisches Fließgleichgewicht (Homöostase) in diesen Fragen. In der toxischen Beziehung verschanzen sich dagegen beide Partner immer mehr an ihren Extrempunkten des Spektrums. Dabei gelingt es ihnen nicht, miteinander und aneinander zu wachsen (Ko-Evolution, Jürg Willi).

In einer toxischen Beziehung wird die Energie immer destruktiver, je länger die Partnerschaft andauert. Denk mal an ein Butterbrot, dass du von der Arbeit wieder mitgebracht und in der Brotdose vergessen hast. Am ersten Tag schmeckt es noch wunderbar. Am nächsten wird es schon ein bisschen hart, die Butter etwas ranzig. Am dritten oder vierten Tag siehst du kleine Schimmelflecken im Brot. Nach ein paar Wochen findest du nur noch ein weiß-bläuliches Geflecht von etwas, das vielleicht mal ein Butterbrot war.

Nie wieder toxische Beziehungen

Dir gefällt dieser Artikel und du möchtest erfahren, wie du selbst einschränkende Muster überwinden, dich vollständig annehmen und die Partnerschaft führen kannst, nach der du dich sehnst? Seit 2012 habe ich mehrere Hundert Menschen auf genau diesem Weg begleitet. Ich freue mich, wenn du bald auch dazugehörst. Lerne mich kennen und lass mich dir helfen, dein Leben um deine wahren Wünsche und Bedürfnisse herum zu gestalten.

Was hält uns in einer toxischen Beziehung gefangen?

Toxische Beziehungen folgen einem vorhersagbaren Muster, das sich in verschiedene Phasen gliedern lässt. Manche Autoren geben drei, andere bis zu 8 verschiedene Phasen an. Für mich hat sich die unten stehende Gliederung in fünf Phasen bewährt, die ich auch in der Praxis nutze.

Letztendlich ist es aber nicht so wichtig, wie viele Phasen man unterscheidet.

Viel entscheidender ist, dass du ein Gefühl für die toxische Beziehungsdynamik bekommst, in der du feststeckst.

Kreislauf der toxischen Beziehung

Im Folgenden lernst du die typischen 5 Phasen einer toxischen Beziehung kennen. Die einzelnen Phasen können nur wenige Stunden (etwa bei einem One Night Stand) bis hin zu Jahrzehnten dauern. Viele durchlaufen diesen toxischen Kreislauf wieder und wieder. Manche schaffen nach ein oder zwei Durchläufen den Absprung.

Toxischer Kreislauf - Vergiftete Beziehung

1. Phase - Love Bombing

Typisch für die erste Phase einer toxischen Beziehung mit einem narzisstischen Partner ist das Love Bombing. Du stehst im Zentrum seiner Aufmerksamkeit, hast dich vielleicht noch nie so gewollt, gesehen und verstanden gefühlt. Er umwirbt dich, schmiert dir Honig um den Mund, hofiert dich und scheint dir jeden Wunsch von den Augen abzulesen.

Er sagt, dass du die erste bist, die ihn je wirklich versteht. Oder mit der es im Bett wirklich passt. Bei der er sich fallen lassen kann, oder ähnliches. Wertet er gleichzeitig deine Vorgängerinnen ab, hast du es bereits mit einem deutlichen Warnzeichen (Red Flag) für einen Narzissten zu tun.

Die ersten beiden Phasen werden auch als die "Heiß-Phase" der toxischen Beziehung zusammengefasst. Denn hier dreht sich alles um die heißen Emotionen: Liebe, Leidenschaft, sexuelles Verlangen. Danach folgt die "Kalt-Phase" der toxischen Beziehung: Entwertung, Herabsetzung, Liebesentzug.

Dieses Spiel verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig.

1. Süchtig machen

In der Love Bombing Phase schwebst du in der Regel auf Wolke 7. Wahrscheinlich hast du noch nie jemanden getroffen, der dich so auf Händen trägt, wie dein neuer Narzisst. Zumindest in der ersten Phase eurer noch jungen toxischen Beziehung. Du bist überzeugt, die große Liebe gefunden zu haben und kannst dein Glück kaum fassen.

Dieses Maß an Aufmerksamkeit und Zuwendung macht süchtig. Spätestens ab Phase 3 wirst du dich danach zurücksehnen. Vielleicht bleibst du zu lange in eurer toxischen Beziehung. Dann würdest du irgendwann so ziemlich alles zu tun, damit es wieder so wird, wie am Anfang. Doch es wird nie wieder so werden, wie in der Love Bombing Phase..

2. Besonderheit betonen

Viele glauben in der Love Bombing Phase, sie hätten ihren Seelenverwandten gefunden. Das gilt häufig sogar für beide Partner in einer toxischen Beziehung. Das Spiel, das ein Narzisst in dieser Phase spielt, ist ihm selbst kaum bewusst. Er steckt so tief drin, dass vieles weitestgehend automatisiert abläuft.

Immer wieder wird betont, wie besonders eure Beziehung doch ist. Ihr glaubt, ihr hättet etwas sehr kostbares und dass man so etwas vermutlich nie wieder findet. Das macht es später umso schwerer, sich wieder aus der toxischen Beziehung zu lösen und den Absprung zu schaffen. Durch seine kalte Empathie versteht dich der Narzisst vielleicht besser, als jeder andere zuvor. Scheinbar auch besser, als du selbst dich verstehst.

Das verwechselt man schnell mit seelischer Tiefe. Dein narzisstischer Partner kann durch seine kalte Empathie in dir lesen, wie in einem offenen Buch. Doch er fühlt nicht mit dir. Ihm ist es egal, wie es dir dabei geht. Was er in dir liest, nutzt er, um dich noch besser manipulieren zu können.

3. Falsche Identität zuschreiben

Dein Narzisst betont nicht umsonst immer wieder, wie besonders und einzigartig du doch bist. Vor allem im Vergleich zu all den anderen Frauen vor dir. So verführt er dich unmerklich zu dem Psychospiel "Ich bin die bessere Frau".

Wer hört nicht gerne über sich, dass noch nie eine so hübsch, so unzickig oder verständnisvoll war? Oder so gut für ihn gekocht, seine sexuellen Bedürfnisse befriedigt oder ihm so viel Freiheit gelassen hat?

Genau hier lauert die Falle. Wenn du dich einmal auf eine solch falsche Identität hast festlegen lassen, kommst du da nur schwer wieder raus. Denn dann übernimmt dein Konsistenzbedürfnis und sorgt dafür, dass du dich weiterhin im Einklang mit dieser zugeschriebenen falschen Identität verhältst.

Selbst wenn sich dein Narzisst später so aufführt, dass du ihn am liebsten anschreien würdest, sorgt dein Konsistenzbedürfnis dafür, dass du deinen Ärger runterschluckst. Du versuchst, die unzickige Partnerin zu bleiben, auf die du von Anfang an festgelegt wurdest. Zumindest so lange, bis du es nicht mehr aushältst. Du möchtest den Status als die "Beste" in seinem Leben nicht gefährden und handelst gegen deine eigenen Bedürfnisse.

2. Phase - Fast Forwarding

Die zweite Phase einer toxischen Beziehung nimmt meist den Schwung der ersten mit. Tatsächlich überschneiden sich einige Phasen im Kreislauf einer toxischen Beziehung. So kann auch während der ersten und zweiten Phase schon hin und wieder etwas Entwertung stattfinden. Obwohl diese eigentlich erst in der dritten Phase so richtig losgeht.

In Phase 2 geht die Idealisierung weiter und es werden große Pläne gemacht. Man spricht bereits nach wenigen Wochen übers Zusammenziehen, Heiraten oder gemeinsame Kinder.

Dadurch verstärkt sich das Gefühl, den Einen oder die Eine gefunden zu haben, noch zusätzlich. Gleichzeitig suggeriert der Narzisst damit, dass er an einer dauerhaften Partnerschaft auf Augenhöhe interessiert sei. In einer toxischen Beziehung ist eben alles ein bisschen "drüber". Zu schnell, zu viel usw.

Das ist besonders gefährlich für Menschen, die von den lauwarmen Gefühlen anderer Partnerschaften gelangweilt waren. Oder zu romantischen Träumereien neigen und Gefühle gerne möglichst intensiv erleben. All das macht dich leider besonders anfällig, in eine toxische Partnerschaft mit einem Narzissten zu geraten. Denn man verwechselt schnell die toxische Achterbahnfahrt der Gefühle mit großer Leidenschaft und Liebe.

Future Faking und Fakten schaffen, die sich nicht wieder rückgängig machen lassen

Das Bauen von Luftschlössern (Future Faking) verstärkt die Bindung in dieser Phase noch mehr. Das zeigt sich auch in meiner Coachingpraxis regelmäßig. Denn bei Trennungen fällt die Verabschiedung von gemeinsamen Zukunftsplänen, Visionen und Hoffnungen oft schwerer, als die vom Partner.

In Phase 2 werden häufig Fakten geschaffen, die sich hinterher schwer oder gar nicht mehr rückgängig machen lassen. Das suggeriert zum einen, dass es der Narzisst wirklich ernst mit dir meint. Zum anderen fällt es dir dadurch hinterher noch schwerer, dich zu lösen. Denn jetzt hängt einiges mehr mit dran.

Dazu gehören gemeinsam größere Anschaffungen schon nach kurzer Zeit. Der Kauf eines Autos, Hauses oder Haustiers zum Beispiel. Oder wenn du auf sein Drängen deinen bisherigen Lebensmittelpunkt aufgibst und zum toxischen Partner ziehst. Besonders, wenn er hunderte Kilometer entfernt wohnt.

Manche Paare bekommen in dieser Phase bereits nach wenigen Monaten totaler Verliebtheit ein gemeinsames Wunsch-Kind. Diese geschaffenen Tatsachen lassen sich nicht einfach ungeschehen machen. Sie erschweren dir den Ausstieg aus der toxischen Beziehung später zusätzlich. Auch deshalb, weil all das später vom Narzissten als Druckmittel genutzt wird, um dich an der Trennung zu hindern.

3. Phase - Entwertung

Die Entwertungsphase in einer toxischen Beziehung kann plötzlich beginnen oder sich langsam einschleichen. Je sicherer der Narzisst dich zu haben glaubt, desto eher beginnt sie. Du bist in der "Kalt-Phase" angekommen.

Du wurdest daran gewöhnt, die Eine, die Beste, die ganz Besondere zu sein. Nun beginnt der toxische Partner, dein Selbstwertgefühl zu destabilisieren, indem er dich bei immer mehr Gelegenheiten abwertet. Das ist extrem verletzend. Warum verhält er sich plötzlich so? Du kannst es nicht mit deinen vorhergehenden Erfahrungen mit ihm zusammenbringen. Deshalb glaubst du, es müsse an dir liegen, dass er sich jetzt so verhält.

Diese Idee wird durch mehrere Umstände gestützt:

1. Er weist dir immer wieder die Schuld zu

Narzissten schieben jegliche Verantwortung für das Gelingen der Beziehung von sich. Wenn du dich nicht nach seinen Vorgaben verhältst, bist du in seinen Augen Schuld, dass die Beziehung nicht gelingt.

Er wird dir permanent suggerieren, dass du vollkommen fehlerhaft seist. Das bringt dich in die Versuchung, dich immer weiter in seinem Sinne zu optimieren. Denn du hoffst, so seine Gunst wiederzuerlangen.

Viele Selbsthilfebücher werden von Frauen in toxischen Partnerschaften gelesen. Sie hoffen damit ihre vermeintlichen Fehler abzustellen und alte Wunden zu heilen, die der Narzisst ihnen oft erst eingeredet hat.

2. Er verhält sich nur dir gegenüber so

Denk dran, dass Narzissten oft einen besonderen Charme haben. Sie manipulieren und verhalten sich in der Öffentlichkeit vollkommen anders, als in den eigenen vier Wänden. Das gilt insbesondere für Weiße Ritter Narzissten.

Dadurch wirst du immer weiter isoliert. Kaum einer glaubt dir, dass dieser charmante und liebenswürdige Mensch zuhause eiskalt und verletzend ist. Er scharrt so genannte Flying Monkeys um sich. Er zieht sie auf seine Seite, denn sie glauben seine Version der Geschichte.

Leider sind auch viele Therapeuten mit den Themen Narzissmus und toxische Beziehung nicht ausreichend vertraut. Narzissten haben zwei Gesichter. Eines wird der Öffentlichkeit gezeigt. Das andere bekommst oft nur du ungefiltert zu sehen. Eine Form des Gaslighting.

Dein Umfeld suggeriert dir, dass du mit deiner Wahrnehmung vom toxischen Partner falsch liegst. Du beginnst deiner Wahrnehmung zu misstrauen.

Denn dein Herdentrieb sagt dir, dass es unwahrscheinlich ist, dass alle anderen sich irren und du Recht hast. So glaubst du noch eher, du seist das eigentliche Problem. Dadurch rutschst du noch tiefer in den toxischen Kreislauf.

3. Du bist sehr selbstreflektiert und es gewohnt, dich verantwortlich zu fühlen

Manche Charakterzüge machen dich besonders anfällig für eine toxische Beziehung mit einem Narzissten. Das macht aus dir keinen schlechten oder fehlerhaften Menschen.

Viele dieser Eigenschaften sind für sich genommen sehr liebenswürdig. Sie machen dich nur zur leichten Beute für Menschen, die nur vorgeben, dein Wertesystem zu teilen. Einer dieser Charakterzüge ist ein ausgeprägter Hang zur Selbstreflexion. Auch das ist eine tolle Eigenschaft.

Nur glaubst du dann allzu schnell, etwas sei deine Schuld, was ganz woanders seinen Ursprung hat. Gleichzeitig hoffst du, wenn du deine alten Wunden geheilt und deine vermeintlichen Fehler behoben hast, funktioniert eure Beziehung. Wird sie nicht!

Aber du fühlst dich weniger ohnmächtig, wenn du das glaubst. Denn schließlich musst du ja nur an dir arbeiten. Böse Falle!

Damit wir uns richtig verstehen: Natürlich gibt es Dinge an dir, die du dir anschauen solltest. Es gibt einen Grund, warum du auf einen toxischen Partner reingefallen bist, während andere rechtzeitig das Weite gesucht haben.

Aber wenn du die darunter liegenden Themen angehst, dann tust du das für dich. Um selbst zu heilen. Damit deine nächste Partnerschaft gelingen kann. Doch selbst wenn du Superwoman wirst, kannst du diese Beziehung nicht zum Laufen bringen. Denn dazu gehören zwei. Du kannst es nicht alleine tun und er wird dir nicht folgen. Denn Narzissten sind so gut wie nicht therapierbar.

Das alles macht dich nicht zum schlechten Menschen, nur zur leichten Beute

Versteh mich nicht falsch, das macht aus dir keinen schlechten oder fehlerhaften Menschen. Viele dieser Eigenschaften sind für sich genommen sehr liebenswürdig. Sie machen dich nur zur leichten Beute für Menschen, die nur vorgeben, dein Wertesystem zu teilen. Eine dieser Eigenschaften ist ein ausgeprägter Hang zur Selbstreflexion. Das ist an sich eine tolle Eigenschaft.

Doch wenn du nicht aufpasst, willst du bei dir lösen, was ganz woanders seinen Ursprung hat. Und es nährt die falsche Hoffnung, dass eure Beziehung funktioniert, wenn du endlich deine Themen gelöst hast.

Wird sie nicht! Aber du fühlst dich dadurch weniger ohnmächtig. Damit wir uns richtig verstehen: Natürlich gibt es Dinge, die du dir bei dir selbst anschauen solltest. Es gibt einen Grund, warum du auf einen toxischen Partner reingefallen bist, während andere rechtzeitig das Weite gesucht haben.

Aber wenn du die darunter liegenden Themen angehst, dann tust du das für dich. Um selbst zu heilen. Damit deine nächste Partnerschaft gelingen kann. Aber selbst wenn du Superwoman wirst, kannst du diese Beziehung nicht zum Laufen bringen. Denn dazu gehören zwei. Du kannst es nicht alleine tun und er wird dir nicht folgen. Denn Narzissten sind so gut wie nicht therapierbar.

4. Phase - Discard

In vielen toxischen Beziehungen kommt der Punkt, an dem der Narzisst seine Partnerin entsorgt. Meist dann, wenn ein anderes Objekt der Begierde seine Aufmerksamkeit erregt. Dabei verschwinden einige toxische Partner wie aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung aus deinem Leben (Ghosting).

Ich kenne Beispiele, in denen der toxische Partner nach zehn Jahren Beziehung ohne die geringste Vorwarnung aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist. Während seine Frau auf der Arbeit war. Ab da war er nicht mehr erreichbar und es gab bis heute keine Erklärung.

In anderen Fällen kommt der Discard mehr einer inneren Kündigung gleich. Vielleicht bist du zu bequem für ihn, als dass er dich einfach entsorgen würde. Dann bleibt mit dir zusammen, zieht aber seine gesamte Aufmerksamkeit von dir ab. Die bekommen jetzt andere. Zum Beispiel seine Neue. Narzissten lieben Affären und Dreiecke. Manchmal ist eure Beziehung längst beendet, ohne dass du es mitbekommen hast.

5. Phase - Ende oder Wiederholung

Nach dem Discard entscheidet sich, ob die toxische Beziehung wirklich beendet ist, oder ob sich der toxische Kreislauf weiterdreht. Das hängt von vielen Faktoren ab. Etwa davon, ob er bereits eine neue Quelle für seine narzisstische Zufuhr gefunden hat. Das ist wenn er sich aktiv trennt sehr wahrscheinlich. Ein Narzisst ist so sehr auf narzisstische Zufuhr angewiesen, dass er es ohne Zufuhrquelle nicht lange aushält.

Entscheidend ist, ob er sich getrennt hat oder du. Dass du dich trennst, kann er nicht hinnehmen. Es kommt einer massiven narzisstischen Kränkung gleich. Er wird darauf heftig reagieren. Entweder versucht er dich mittels Hoovering in die Beziehung zurückzusaugen. Dann vermittelt er dir, er hätte sich geändert und endlich erkannt, was er an dir hat. Er wird dich beknien, ihm noch eine Chance zu geben.

Das Hoovering läuft dabei ähnlich wie in eurer Love Bombing Phase ab. Im Anschluss folgt jedoch sofort die nächste Kalt-Phase.

Das Hoovering kann aber auch weniger schön ablaufen. Wenn er dich bedroht oder Druckmittel gegen dich einsetzt. Manche Narzissten stecken zehntausende Euro in Rechtsanwälte, die verhindern sollen, dass sie ein paar hundert Euro Unterhalt zahlen müssen.

Merkt ein Narzisst, dass du auf keinen Fall zu ihm zurückkommen wirst, versucht er, dich fertigzumachen. Deshalb ist es besonders in dieser Phase wichtig, professionelle Begleitung an deiner  Seite zu haben. Sowohl psychologisch als auch juristisch.

Fall nicht drauf rein

Du selbst bestimmst darüber, ob ihr erneut in den toxischen Kreislauf einsteigt oder du endgültig den Absprung schaffst. Je größer du innerlich geworden bist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du seine erneute Spieleinladung annehmen wirst. Dennoch schaffen viele leider erst dann den Absprung, wenn die Lage vollkommen eskaliert.

Ich kenne Frauen, die von ihren toxischen Partnern jahrelang verprügelt wurden und immer wieder zu ihnen zurückgekehrt sind.  Sie schafften erst dann den Absprung, als auch ihre Kinder Zeugen oder sogar selbst Opfer seiner Gewalt wurden.

Dann setzte ihr Löwenmutter-Instinkt ein. Er verlieh ihnen die Kraft, ihr Kind und sich selbst aus dem Einflussbereich des toxischen Partners zu retten. Soweit muss es jedoch nicht kommen, wenn du dir rechtzeitig Hilfe suchst.

Hat er sich von dir getrennt, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich wieder melden wird. Meist geht dem eine Zeit des Ghosting voran. In der Regel wirst du spätestens dann etwas von ihm hören, wenn mit seiner neuen narzisstischen Zufuhrquelle etwas nicht stimmt.

Nicht rückfällig werden

Irgendwann wird er sich vielleicht daran erinnern, wie gut er es doch bei dir hatte und wieder Kontakt aufnehmen. Wenn das geschieht, musst du alle deine Sinne beisammen haben. Sonst lässt du dich dazu verleiten, eine neue Runde mitzuspielen. Hier gibt es eigentlich keine andere richtige Reaktion als die schlichte Einhaltung der No Contact Regel.

Bei besonders gefährlichen Narzissten kann es sinnvoll sein, den Partner dazu zu bewegen, sich von dir zu trennen. Beispielsweise indem du so uninteressant wie möglich für ihn wirst. Dabei ist es außerordentlich wichtig, kaum Emotionen zu zeigen. Denn davon ernährt sich dein toxischer Partner. Dieses sich uninteressant Machen ist gemeinhin auch als Grey Stone Technik bekannt.

Trauma Bonding

Toxische Beziehung - Traumabonding

Das wohl bekannteste Beispiel für Trauma Bonding ist das Stockholm Syndrom. Es hat seinen Namen von einem Phänomen, das zum ersten Mal bei einem Bankraub mit fünftägiger Geiselnahme in Schweden aufgefallen ist. Er dauerte vom 23. - 28. August 1973 und gab allen Beobachtern Rätsel auf.

Dabei bauten die Geiseln ein besonderes Verhältnis zu ihren Geiselnehmern auf. Man würde erwarten, dass sie mit Wut, Angst und Abscheu reagieren würden, nachdem sie einem mehrtägigen Martyrium ausgesetzt waren. Zumal bis zum Ende nicht sicher war, ob sie es überleben würden. Doch es geschah genau das Gegenteil.

Die Opfer des Missbrauchs solidarisierten sich mit ihren Geiselnehmern und ergriffen Partei für diese. Sie versuchten sie sogar vor Polizei und Gericht in Schutz zu nehmen.

Dabei gaben sie vor, die Täter viel besser zu kennen und zu verstehen, als die Beamten. Sie waren sicher, dass diese keine so bösen Menschen waren, wie es der Öffentlichkeit erschien. Die Geiseln besuchten im Anschluss an das Gerichtsverfahren sogar die Täter regelmäßig im Gefängnis Eine Geisel fing eine Beziehung mit einem der Täter an.

Was uns eigentlich schützen soll, macht uns abhängig

Hier greift ein Überlebensmechanismus, der in akuten Gefährdungssituationen unser Überleben sichern soll. Leider macht er jedoch auch hochgradig abhängig. Hier spielen verschiedene Faktoren zusammen.

Einer davon ist die Isolierung des Opfers beim Trauma Bonding. Das geschieht nicht nur bei Geiselnahmen. Isolation findet ebenso in der toxischen Beziehung mit einem Narzissten statt. Durch sie übernimmst du als Opfer des emotionalen Missbrauchs nach und nach die Sichtweise des Täters.

Du erlebst dich also nach einer Weile selbst so, wie dein toxischer Partner dich sieht. Dann glaubst du, du seist genauso schlecht, unfähig oder bedürftig, wie er dir immer wieder suggeriert.

Typisch für Trauma Bonding ist die kontinuierliche Destabilisierung des Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls des Opfers. Bist du diesem emotionalen Missbrauch länger ausgesetzt, glaubst du, du seist schuld, dass er sich dir gegenüber so verhält.

Das Push-and-Pull Verhalten des Narzissten erzeugt in deinem Gehirn einen Cocktail von Dopamin und Oxytocin. Dieser Hormon-Mix macht süchtig wie Heroin. Du kommst buchstäblich nicht mehr los von deiner Droge.

Diese Droge ist dein toxische Partner. Darum laufen auch so viele Menschen immer wieder zu ihrem missbrauchenden Partner zurück. Egal, wie sehr er sie misshandelt hat. Für Außenstehende, die Trauma Bonding nicht kennen, ist das schwer nachvollziehbar.

Partielle (intermittierende) Verstärkung beim Trauma Bonding

Partielle bzw. intermittierende Verstärkung ist ein Begriff aus der Lernpsychologie. Gemeint ist das nur gelegentliche Verstärken (Belohnen) eines gezeigten Verhaltens nach dem Zufallsprinzip. Durch diese Art der Belohnung lernen wir zwar langsamer, dafür sind die so erlernten Verhaltensweisen hinterher kaum mehr auszurotten.

Dabei spielt das Hormon Dopamin eine wichtige Rolle. Es ist ebenso an jedem Lernvorgang beteiligt, wie an unserem Suchtverhalten. Die nur gelegentliche Verstärkung erzeugt in unserem Gehirn eine Dopamin basierte Reaktion, die absolut süchtig macht.

Erstmalig fiel dieser Zusammenhang in Tierversuchen auf. In verschiedenen Versuchsanordnungen wurde Katzen, Ratten, Tauben oder Affen trainiert. Ihnen wurde zum Beispiel beigebracht, einen Hebel zu betätigen, durch den sich eine Klappe öffnete. Hinter der Klappe lag manchmal Futter, manchmal nicht. Diese Versuchsanordnung machte die Tiere regelrecht abhängig davon, den Hebel zu betätigen.

Sie konnten kaum damit aufhören. Ganz anders war es, wenn hinter der Klappe jedes Mal Futter lag. Dann hörten die Tiere schnell wieder damit auf, wenn längere Zeit kein Futter mehr hinter der Klappe lag (Löschung / Extinktion).

In einem ähnlichen Experiment (Ferster & Skinner, 1957) pickte eine Taube weitere 18.000 Mal! nach Aussetzen der Belohnung. Alleine in den ersten 4 Stunden, nachdem sie dafür kein Futter mehr bekam. Sie benötigte weitere 168 Stunden vergeblichen Pickens, bis sie das zuvor durch partielle Verstärkung erlernte Verhalten aufgab. Leider unterscheiden wir uns hier kaum von Tauben.

Nie wieder toxische Beziehungen

Du möchtest erfahren, wie du selbst einschränkende Muster überwinden, dich vollständig annehmen und die Partnerschaft führen kannst, nach der du dich sehnst? Seit 2012 habe ich mehrere Hundert Menschen auf genau diesem Weg begleitet. Ich freue mich, wenn du bald auch dazugehörst. Lerne mich kennen und lass mich dir helfen, dein Leben um deine wahren Wünsche und Bedürfnisse herum zu gestalten.

Können toxische Menschen lieben?

Nicht so, wie die meisten Menschen Liebe definieren. Für Narzissten sind Menschen wie Schachfiguren, die sie manipulieren können. Sie dienen dazu, ihre Bedürfnisse und Ansprüche zu befriedigen.

Natürlich hängt auch hier wieder alles von der Ausprägung des Narzissmus ab. Bei weniger ausgeprägtem Narzissmus kommen die genannten Eigenschaften natürlich schwächer zum Tragen.

Mildere Narzissten sind durchaus bis zu einem gewissen Grad in der Lage, ihre Kinder zu lieben. Oder ihren Hund. Während sie die Partnerin meistens weniger liebevoll behandeln.

Auch Narzissten können den Wunsch nach tiefer Verbundenheit verspüren und sich danach sehnen, bei einem Menschen wirklich anzukommen.

Sind Narzissten liebesfähig?

Doch sie sind nicht in der Lage, stabile Beziehungen auf der Basis von Gleichwertigkeit und Respekt zu führen. Diesen Konflikt verdrängen sie und wehren ihn auf verschiedene Weise ab. Viele Co-Narzisstinnen verbünden sich mit diesem unerfüllten Wunsch im narzisstischen Partner. Sie sehen den verletzten kleinen Jungen in ihm. So relativieren sie die destruktiven Auswirkungen seines Verhaltens und vergessen, sich selbst zu schützen.

Sie sagen sich: "Im Grunde ist er ja ganz anders. Er hatte halt eine schwere Kindheit."

Dadurch bleiben sie in der toxischen Beziehung gefangen und rechtfertigen das schädigende Verhalten ihres Partners. Sie identifizieren sich mit dem verletzten inneren Kind des Partners, weil sie diese Verletzungen kennen. Auch wenn sie völlig anders damit umgehen.

Trügerisches Gefühl von Tiefe

Durch den ähnlichen Grundkonflikt entsteht in der Beziehung das trügerische Gefühl von Tiefe und "Gesehen werden". Besonders bei den Frauen, da sie nicht oft einem "Mann mit Tiefe" begegnen. Narzissten vermitteln diese Tiefe und Verbundenheit jedoch häufig. In der Folge missdeutet das verletzte Kind in dir diese Tiefe. Es hofft, bei ihm endlich das zu bekommen, was es schon seit seiner Kindheit so schmerzlich entbehren musste.

Es kommt auch häufig vor, dass ein Narzisst seiner Partnerin regelmäßig sagt, dass er sie liebt, sich jedoch alles andere als liebevoll verhält. Unter dieser Diskrepanz zwischen Worten und Taten leiden die Partnerinnen sehr stark.

Natürlich drückt es dein Selbstwertgefühl, wenn du siehst, wie er zu anderen ganz wunderbar ist, während er dich selbst emotional grausam behandelt.

Viele glauben dann tatsächlich, dass es sich hierbei um einen Beweis handelt, dass sie das Problem sein müssen. Schließlich geht er ja mit anderen Menschen viel liebevoller um. Doch das ist eine gefährliche Fehleinschätzung, die Teil der klassischen empathisch-narzisstischen Beziehungsdynamik ist.

Die Liebe eines Narzissten ist vergleichbar mit der Liebe, die jemand für sein Auto empfindet. Oder wenn jemand sagt, er liebt Pizza oder das Meer. Narzissten sind in der Regel unfähig zu echten Ich-Du-Beziehungen. Deshalb haben fast alle ihrer Beziehungen den Charakter einer Pseudo-Beziehung, was der höchsten Stufe sozialer Entfremdung entspricht. Hier gilt der Leitsatz:

"Du bist mir nur insofern wichtig, wie du mir nützlich bist".

>>> Lies hier mehr über soziale Entfremdung... 

Wie manipuliert ein toxischer Partner?

Wenn du dich mitten in einer toxischen Beziehung befindest, kann es extrem schwer sein zu verstehen, was da abläuft. Toxische Menschen sind ausgezeichnete Manipulatoren. Du als Empathen bist wiederum über die Maßen geneigt, immer zuerst bei dir die Fehler zu suchen.

Deshalb kann es dir schnell passieren, dass er dir vollkommen den Kopf so nach hinten redet. Irgendwann weißt du nicht mehr, wo oben und unten ist. Hier hilft es, die verschiedenen Manipulationstechniken von Narzissten zu kennen.

Red-Flags: Diese Warnsignale deuten auf eine toxische Beziehung hin

Zu den Red Flags gibt es so viel zu sagen, dass ich es in einem eigenständigen Artikel zusammengefasst habe:

>>> Narzissmus und Manipulation - 34 Red Flags, die du unbedingt kennen solltest

Warum gerate ich immer wieder in toxische Beziehungen?

Als Erwachsene reinszenieren wir die nicht aufgearbeiteten Beziehungsverletzungen und Konflikte unserer Kindheit. Das ist längst psychologisches Allgemeinwissen geworden und war sogar schon Sigmund Freud aufgefallen.

Er sprach in diesem Zusammenhang vom Wiederholungszwang. Wir alle tun das.

Das hast du bestimmt auch schon mal beobachtet. Da ist diese Freundin, die immer wieder den gleichen Typ Mann anzieht, der genauso emotional unerreichbar ist, wie ihr Vater.

Oder der Arbeitskollege, dessen Mutter die Familie für ihren neuen Liebhaber verlassen hat, als er fünf war. Nun verliebt er sich mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks wiederholt in Frauen, die ihn ebenfalls verlassen.

Warum ziehe ich Narzissten an?

Wir wiederholen in unseren Partnerschaften die Beziehungsverletzungen unserer Kindheit

So wiederholen wir mit Personen unseres heutigen Lebens die nicht verarbeiteten Beziehungsverletzungen aus unserer Ursprungsfamilie. Wir haben eine Art sechsten Sinn dafür, wer uns genauso behandeln wird, wie wir es als Kinder erlebt haben.

Dabei müssen sich die Partner auf den ersten Blick überhaupt nicht ähneln. Der neue wirkt manchmal sogar wie der Gegenentwurf zu deinem Ex. Nach einer Weile zeigt er jedoch die gleichen Verhaltensmuster wie dieser.

Viele fragen sich dann, ob sie dieses Muster vielleicht sogar in den "gesunden" Partnern auslösen. Ich kann dir versichern, das ist nicht der Fall. Es war im anderen bereits angelegt, auch wenn du es durch dein komplementäres Verhalten möglicherweise erst aktiviert hast.

Warum tun wir uns das an? Schlimm genug, dass wir als Kinder so unter diesen Beziehungsmustern leiden mussten. Sollten wir nicht als Erwachsene alles dransetzen, nur Menschen um uns zu scharen, die uns gut tun? Anstatt dasselbe schmerzhafte Theaterstück wieder und wieder aufzuführen. So wie die amerikanischen Südstaatler Jahr für Jahr die Schlacht von Gettysburg nachspielen.

Einen Grund, warum wir uns das immer wieder antun, habe ich bereits beim empathisch-narzisstischen Grundkonflikt dargestellt:

therapeutische Sprichwort

Wir gehen mit unserer verletzten Kinderseele auf Partnersuche

Arbeit mit dem inneren Kind

Sicher hast du schon von der Arbeit mit dem inneren Kind gehört. In letzter Zeit hat das Thema durch die Bücher von Stefanie Stahl wieder vermehrt Aufmerksamkeit bekommen.

Die Ursprünge der Arbeit mit dem inneren Kind und anderen Persönlichkeitsanteilen liegen jedoch deutlich weiter zurück. Sie gehen zurück auf die Egostate-Therapie, die ca. 1980 von John und Helen Watkins entwickelt wurde. Unter anderem als Methode der Traumatherapie.

Später wurde sie im Modell vom Inneren Familiensystem (IFS) von ihrem Schüler Richard C. Schwartz aufgegriffen und weiterentwickelt. Heute gibt es viele therapeutische Abwandlungen.

In Deutschland sind ähnliche Konzepte bekannt geworden. Beispielsweise durch den Psychologen Friedemann Schulz von Thun (Das innere Team) und dem Psychotraumatologen Franz Ruppert.

Allen Modellen arbeiten mit so genannten Persönlichkeitsteilen, die du dir wie Unterpersönlichkeiten innerhalb unserer Gesamtpersönlichkeit vorstellen kannst. Dort gibt es,  je nach Konzept, verschiedene Teilpersönlichkeiten. Beispielsweise das innere Kind, die innere Mutter und den inneren Vater oder auch die Zicke, den Beschützer, den Rebellen, usw.

Warum ziehe ich immer wieder Narzissten an?

Aber zurück zu der Frage, warum du immer wieder Narzissten anziehst. Vermutlich gibt es einen Konflikt mit einer wichtigen Bezugsperson deiner Kindheit. Diesen konntest du damals und bis heute nicht lösen.

Vielleicht haben deine Eltern sich scheiden lassen. Dann hast du nicht nur erlebt, dass ein geliebter Mensch dich verlässt. Sondern dich wahrscheinlich auch verantwortlich dafür gefühlt, dass Mama oder Papa gegangen sind. Oder dein Vater war Alkoholiker und du konntest ihn nicht retten. Möglicherweise hat deine Mutter dich auch permanent manipuliert und dir bei jeder Gelegenheit Schuldgefühle eingeimpft.

Das kleine Kind in dir konnte den Konflikt damals nicht lösen. Deshalb sucht es sich heute Personen, die dich genauso behandeln, wie damals deine ursprünglichen Bezugspersonen. Besonders mit Partnern. So versucht es, den alten Konflikt heute mit diesen Menschen stellvertretend zu lösen.

Natürlich ist das Kinderlogik. Aber sie wirkt. Selbst wenn es dir gelänge, würde es nichts an den Erfahrungen deiner Kindheit ändern. Wenn wir diese Muster nicht aufarbeiten, dann sind wir gezwungen, den Beziehungs-Schmerz unserer Kindheit wieder und wieder zu erleben.

So wächst der Berg an Leid, den wir über unsere gesamte Lebenszeit aufschichten, immer weiter in die Höhe. Und das, obwohl die Absicht unseres inneren Kindes ja eigentlich die Heilung ist. Leider geht diese Rechnung nicht auf. Doch das muss nicht dein Los für immer sein. Es gibt bessere Wege.

Schematheorie nach Jeffrey E. Young

Toxische Beziehung - Schematheorie

Es gibt noch eine andere Theorie darüber, warum wir immer wieder Menschen anziehen, die unseren Urschmerz triggern. Sie entstammt der Schematheorie von Jeffrey E. Young. Sie ist ein Abzweig der kognitiven Therapie nach Aaron Tim Beck, auf deren Grundannahmen sie auch beruht.

Demnach bilden wir durch die Erfahrungen unserer Kindheit verschiedene Grundüberzeugungen. Diese erklären uns in der Folge, wie die Welt ist und wie wir sind. Damit  verleihen sie uns ein Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit in einer unübersichtlichen Umwelt.

Diese Grundüberzeugungen werden fester Bestandteil unseres Selbstbildes. Sie zeigen uns auch unseren Platz in der Welt. So vermitteln sie uns das Gefühl, die Welt und unsere Erfahrungen darin ein Stück weit voraussehbar zu machen.

Derartige Grundüberzeugungen werden in der kognitiven Psychologie "Schemata" genannt. In der Schematherapie heißen sie Lebensfallen.

Wenn wir beispielsweise zu der Grundüberzeugung gelangt sind, die Welt sei ein gefährlicher Ort, entwickeln wir die Lebensfalle "Verletzbarkeit". Die damit verbundenen Gedankenmuster verzerren unsere Wahrnehmung von der Welt. Sie übersteigern das Gefühl unserer eigenen und der Verletzbarkeit von allen, die uns wichtig sind.

Ursprungsverletzungen führen zu Wahrnehmungsverzerrung

Unter der Lebensfalle "Verletzbarkeit" entwickeln wir ein überzogenes Gefahrenbewusstsein, das nicht mehr auf einer realistischen Grundlage beruht. Wir sehen in allen Situationen bereits den Keim der Katastrophe angelegt. Unsere Gedanken kreisen permanent darum, was alles schief gehen könnte.

Diese Gedankenmuster beeinflussen unser gesamtes Erleben. Eine grundlegende Prämisse der kognitiven Psychologie lautet: Die Art, wie wir über etwas denken (Kognition), bestimmt unser Erleben desselben. Obwohl die Gedanken und Gefühle bei den Lebensfallen einschränkend und belastend sind, vermitteln sie uns das Gefühl, "zu Hause" zu sein.

Dort kennen wir uns aus, dieses Erleben ist uns vertraut. Deshalb fällt es so vielen Menschen schwer, aus ihren alten Mustern dauerhaft auszubrechen. Dafür müssten sie die damit einhergehende Sicherheit aufgeben und das lässt unser Unbewusstes nicht so ohne weiteres zu.

Deshalb nimmt dieses Thema im Coaching mit meinen Klienten großen Raum ein. Dabei helfe ich dir, deine persönlichen Lebensfallen zu identifizieren. Du lernst, die zugehörigen Denk-, Fühl,- Verhaltens- und Beziehungsmuster zu entlarven, um sie anschließend zu überwinden.

Dann bist du nicht länger gezwungen, die schmerzhaften Erfahrungen deiner Kindheit immer wieder neu zu erleben. Sobald du diese Muster überwunden hast, bist du fähig, tragfähige und nährende Beziehungen mit Menschen auf Augenhöhe zu führen.

>>> Erfahre mehr über deine Möglichkeiten, mit mir zusammenzuarbeiten:

Camilla Humbroich

Hamburg

chumbroich[at]yahoo.de

Wer wirklich etwas verändern möchte, der ist bei Andreas wunderbar aufgehoben. Er ist nicht auf meinen "schnellen und klugen Kopf“ hereingefallen, sondern hat mich schnell und zielsicher über meine bisherigen Erkenntnisse hinaus an die eigentlichen Knackpunkte geführt. Ich bin sehr beeindruckt davon, mit welcher Klarheit und Leichtigkeit Andreas mich immer wieder in meine Selbstverantwortung geführt hat und wie viel Lust mir in dieser Arbeit zugeflogen ist, mich auch blinden Flecken und Schmerzpunkten zu nähern, um sie anders betrachten zu können.

Anna Melcher

Hannover

a.melcher[at]gmx.de

Was Andreas mir geschenkt hat, ist mit Geld nicht zu bezahlen. Er hat mir auf sehr einfühlsame Weise die Augen für meine verfahrene Situation geöffnet. Dadurch konnte ich meinen Weg von Selbsterkenntnis und Selbstannahme bis hin zu echter Selbstliebe gehen. Da, wo ich vorher einen Mangel verspürt habe, sehe ich jetzt so viel Gutes und Wunderbares. Ich habe in mir eine enorme Kraft und Liebe entdeckt, zu der ich vorher so keinen Zugang hatte. Für das alles bin ich Andreas unglaublich dankbar und werde es ihm nie vergessen.

Lebensfallen

Hier stelle ich dir die 18 wichtigsten Lebensfallen. Oft stehen wir unter dem Einfluss mehrerer Lebensfallen gleichzeitig, die unterschiedliche stark ausgeprägt sein können. Eine lebensfalle kann in verschiedenen Lebensbereichen unterschiedlich stark zum Tragen kommen.

Abhängigkeit / Dependenz

Bei dieser Lebensfalle hast Du das Gefühl, im Leben nicht alleine zurechtzukommen. Du begibst dich ständig in Abhängigkeiten, suchst Rat und Orientierung bei anderen. Dadurch bist du kaum in der Lage, selbstständig größere Entscheidungen zu treffen oder eigenständig Projekte anzugehen.

Dabei kann es sich schon um bloße Bankgeschäfte oder Behördengänge handeln. In einer toxischen Beziehung kann das eine Trennung deutlich erschweren, weil du dem toxischen Partner die Regelung aller Außengeschäfte überlassen hast.

Dann kennst du zum Beispiel weder Passwörter noch PIN-Nummern fürs Onlinebanking. Vielleicht hast du nicht mal ein eigenes Konto und bist vollkommen vom anderen abhängig. Das verleiht deinem Partner eine Menge Macht in der Beziehung, die er gegen dich einsetzen kann.

Anspruchshaltung / Grandiosität

Diese Lebensfalle ist typisch für Narzissten. Sie glauben, über den Dingen zu stehen, besser zu sein als andere und sich nicht an Regeln halten zu müssen. Sie finden, ihnen würde alles zustehen ohne dass sie dafür eine Gegenleistung bringen müssten. Auch mit Dankbarkeit tun sie sich schwer. Denn wofür sollten sie dankbar sein, wenn sie ohnehin nur das Beste verdient haben?

Emotionale Entbehrung

In diese Lebensfalle geraten häufig Menschen, die als Kind niemanden hatten, bei dem sie emotional andocken konnten. Waren deine Eltern emotional oder körperlich nicht erreichbar, warst du dir mit deinen kindlichen Emotionen selbst überlassen.

Du hast erfahren, dass niemand da ist, der sich dafür interessiert, wie es dir wirklich geht. Möglicherweise hast du dadurch geglaubt, nicht zu zählen. Später suchst du dir dann häufig Partner, die ebenfalls emotional unerreichbar sind.

Emotionale Gehemmtheit

Wer unter emotionaler Gehemmtheit leidet, hat gelernt, seine Gefühle für sich zu behalten. In einer toxischen Beziehung erlaubst du dann vielleicht dem Narzissten, seine Wutausbrüche ungehindert auszuleben. Während du selbst schweigend daneben sitzt, dir alles gefallen lässt und deine Gefühle so gut wie möglich versteckst. Wahrscheinlich sogar vor dir selbst.

Entfremdung

Unter dieser Lebensfalle hast du das Gefühl, nirgends wirklich reinzupassen. Du glaubst, nicht dazu zu gehören oder unwürdig zu sein, dich irgendeiner Gruppe anzuschließen. Du tust dich schwer damit, deinen Platz in der Welt zu finden, leidest unter massiver Einsamkeit und fühlst dich isoliert. Durch dein unbewusstes Verhalten erzeugst du immer wieder Situationen, die es wahrscheinlich machen, dass du abgelehnt wirst.

Misstrauen / Missbrauch

Wer Missbrauch erfahren hat, musste erleben, dass andere Menschen nicht verlässlich sind.  Der hat erlebt, dass von ihnen Gefahr ausgeht und man ihnen nicht trauen kann. Wer das erfahren hat,  wiederholt diese Missbrauchserfahrungen später häufig. Zum Beispiel, indem er sich Freunde oder Partner mit ähnlichen Neigungen sucht. Manche legen später auch selbstschädigendes Verhalten an den Tag.

Negativität / Pessimismus

Du hast gelernt, immer vom Schlimmsten auszugehen. Dabei hast du Angst, selbst schwere Fehler zu machen und dafür verantwortlich zu sein, dass etwas Schlimmes passiert. So versuchst du auch, die mögliche psychologische Fallhöhe zu begrenzen.

Denn wenn du von Anfang an annimmst, dass etwas schlecht ausgehen wird, bist du nicht überrascht, wenn es wirklich so kommt. Natürlich bleibst du so weit unter deinen Möglichkeiten. Durch dein ausgeprägtes Sicherheitsdenken, verlässt du deine Komfortzone nicht. Und die hat bei dieser Lebensfalle meist die Größe einer Briefmarke.

So machst du auch kaum neue Erfahrungen. Deshalb fehlt dir die Übung, mit den natürlichen Unwägbarkeiten des Lebens fertigzuwerden. Passiert dann wirklich einmal etwas Unvorhergesehenes, stößt du schnell an deine Grenzen. Du erlebst dich unfähig, mit der Situation klarzukommen und bestätigst dir somit erneut deine Grundüberzeugungen über die Schlechtigkeit der Welt.

Selbstaufopferung

Du definierst deinen Selbstwert darüber, wie bequem und hilfreich du für andere bist. In der Regel fällt es dir schwer, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern. Denn das ist bei diesem Schema von starken Schuldgefühlen begleitet.

Ähnlich geht es dir damit andere um Hilfe zu bitten. Du bist stattdessen immer für andere da. Hilfst ihnen, egal was es dich kostet oder ob diese Hilfsbereitschaft auf Gegenseitigkeit beruht. Andersherum versuchst du ständig, niemandem zur Last zu fallen und deine Probleme selbst zu regeln.

Strafneigung

Wer sich in dieser Lebensfalle verfangen hat, besitzt keinerlei Fehlertoleranz. Weder bei sich selbst noch bei anderen. Er hat gelernt, dass Fehler existenziell bedrohlich sind. Zumindest fühlt es sich für ihn so an. Deshalb sind in seinen Augen auch kleinste Fehler augenblicklich und mit voller Härte zu bestrafen.

Dabei empfindet er in der Regel kein Mitgefühl mit der oder dem Gestraften. Was das für ein Kind bedeutet, dessen Vater oder Mutter so drauf ist, kannst du dir sicher selbst denken.

Streben nach Zustimmung und Anerkennung

Alles dreht sich um die Frage, wie andere dich wahrnehmen. Das gilt auch dafür, wie die anderen die eigenen Kinder oder den Partner wahrnehmen. Denn diese werden als Verlängerung des eigenen Selbst erlebt. Nichts wäre schlimmer, als vor anderen schlecht dazustehen oder deren Zustimmung zu verlieren.

Deshalb haben Menschen mit dieser Lebensfalle auch ein ausgeprägtes Statusdenken. Dabei sind sie jedoch weniger vom Machtmotiv geleitet. Sie wollen andere auch nicht um jeden Preis übertreffen. Sondern fürchten lediglich, nicht positiv aufzufallen. Hast du so jemanden als Elternteil, kennst du den Spruch: "Was sollen denn die Leute denken?"

Unerbittliche Standards

Wer von diesem Schema beeinflusst wird, ist der geborene Perfektionist. Er verzeiht keine Fehler und erwartet von allen Höchstleistungen. Überstunden sind der Standard. Menschen, die pünktlich Feierabend machen, verachtet er. Er ist ein wahren Erbsenzähler, der jedes Haar in der Suppe findet. Für ihn existieren keine zweiten Plätze.

Egal, wie gut du etwas gemacht hast, er sieht nur, was du noch besser hättest machen können. Menschen dieses Schemas strahlen eine unnatürliche Verbissenheit aus. Sie verfügen in der Regel nur über einen sehr eingeschränkten Humor. Über eigene Fehler können sie überhaupt nicht lachen. Im Gegenteil. Sie hängen ihnen manchmal noch Jahre nach.

Unzulänglichkeit / Scham

Du empfindest dich selbst als wertlos, fehlerhaft, unfähig und defizitär. Bist überzeugt, schlechter zu sein, als andere. Fühlst dich unwürdig, die aufrichtige Liebe anderer zu verdienen. Dennoch bist du bereit, alles für diese Liebe zu tun. Denn es ist für dich normal, dass du dich für etwas Zuneigung abstrampeln musst.

Deshalb machst du auch kein großes Aufheben darum, wenn andere dich schlecht behandeln. Es ist für dich nur die logische Folge deiner Unwürdigkeit. Wenn du schon resigniert hast, ziehst du dich häufig zurück und meidest den Kontakt zu anderen Menschen. Genauso wie Situationen, in denen dein Mangel deutlich werden könnte.

Verlassenheit / Instabilität

Du bist tief im Herzen davon überzeugt, dass Menschen dich verlassen werden. Oft hast du dies bereits in der Kindheit erlebt. Vielleicht haben deine Eltern sich scheiden lassen. Insgeheim glaubst du, dass deine zwischenmenschlichen Beziehungen nicht belastbar sind.

Deshalb scheust du dich entweder, überhaupt engere Beziehungen einzugehen. Oder du verhältst dich darin maximal angepasst. Du hoffst dadurch, den geliebten Menschen so möglichst lange davon abzuhalten, dich zu verlassen.

Verletzbarkeit

Das Empfinden dieses Schemas ist geprägt vom Gefühl der permanenten Bedrohung durch die nächste Katastrophe. Es kann sich auf jeden Lebensbereich beziehen. Deine Gedanken kreisen ständig darum, dass du jederzeit alles verlieren könntest. Deshalb bist du stets auf Sicherheit bedacht und hoffst, so das Schlimmste abwenden zu können.

Du erlebst selbst harmlose Alltagssituationen als brandgefährlich. Dadurch hältst du deinen Aktionsradius auch möglichst klein. Besonders traurig ist dabei, dass es dir vielleicht in deinem Leben äußerlich betrachtet richtig gut geht. Doch durch das permanente Gefühl der Bedrohung kannst du nichts davon genießen. Denn je mehr du etwas schätzt, desto härter trifft es dich, wenn du es wieder verlierst.

Versagen

Hier herrscht die Überzeugung, unfähig oder unwürdig zu sein, jemals im Leben erfolgreich zu werden. Dabei kann sich der Erfolg auf alles mögliche beziehen. Eine glückliche Partnerschaft, das Lernen einer Fremdsprache oder finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Unter dem Einfluss dieser Lebensfalle glaubst du, weniger fähig zu sein als andere..

Verstrickung

Hier hast du nur ein sehr schwach ausgeprägtes Ich- und Identitätsgefühl. Du bist mit deiner Wahrnehmung ständig beim anderen und nimmst dich selbst erst über die Spiegelung des Gegenübers wahr. Das macht dich über-empathisch. Es sorgt auch dafür, dass du eigene Bedürfnisse und Wünsche nur sehr schwer wahrnehmen kannst.

Du hängst dich an andere ran und versuchst, bei ihnen Halt zu finden. Du brauchst stets einen anderen, um dich ganz und vollständig zu fühlen. Ohne die andere Person hast du das Gefühl, dass sich deine Identität in Luft auflöst.

Typische Lebensfallen von Co-Narzissten

Zu den typischen Lebensfallen für Co-Narzissten zählen: Abhängigkeit / Dependenz, Emotionale Entbehrung, Emotionale Gehemmtheit, Selbstaufopferung, Streben nach Zustimmung und Anerkennung, Unterwerfung, Unzulänglichkeit / Scham, Verlassenheit / Instabilität, Verstrickung.

Nie wieder toxische Beziehungen

Du möchtest erfahren, wie du selbst einschränkende Muster überwinden, dich vollständig annehmen und die Partnerschaft führen kannst, nach der du dich sehnst? Seit 2012 habe ich mehrere Hundert Menschen auf genau diesem Weg begleitet. Ich freue mich, wenn du bald auch dazugehörst. Lerne mich kennen und lass mich dir helfen, dein Leben um deine wahren Wünsche und Bedürfnisse herum zu gestalten.

Sind in einer toxischen Beziehung immer die Männer Narzissten und die Frauen Empathen?

Die drei klassisch-narzisstischen Wesensmerkmale Anspruchshaltung, Machtstreben und Geltungssucht sind bei Männern meist deutlich stärker ausgeprägt, als bei Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Metaanalyse der US-amerikanischen Organisations-Psychologin Emily Grijalva*4. Darin wurden über 355 Einzelstudien aus den letzten 30 Jahren mit insgesamt über 470.000 Teilnehmern ausgewertet. Wen man sich die klinischen Diagnosekriterien für eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung betrachtet, war dieses Ergebnis zu erwarten.

Alle dort genannten Kriterien werden eher mit der männlichen Form des Narzissmus assoziiert. Allerdings gibt es auch Frauen mit einem eher männlichen Narzissmus-Typ. Sowie Männer, deren Verhalten eher vom weiblichen Narzissmus geprägt ist. Weitere Studien belegen ebenfalls, dass ca. 75 Prozent derjenigen die an einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS) leiden, Männer sind.

Fazit: Es sind also in einer toxischen Beziehung nicht immer die Männer die Narzissten. In ca. einem Viertel der Fälle ist das Verhältnis eher umgekehrt.

Gibt es in einer toxischen Beziehung wirklich immer einen Eigenanteil?

Lass mich zuerst sagen, dass Eigenanteil und Schuld nicht dasselbe sind. Du kannst einen großen Eigenanteil an der Aufrechterhaltung deiner toxischen Beziehung haben, ohne Schuld zu tragen. Denn Schuld im setzt bewusste Absicht und das Vorhandensein zugänglicher Handlungsalternativen voraus. Beides in der Regel nicht gegeben, solange du noch in der co-narzisstischen Rolle steckst.

Sprichwort

If you trick me once: shame on you! If you trick me twice: shame on me!
(Sinngemäß: Wenn du mich einmal verarschst: Schande über dich! Wenn du mich zweimal verarschst: Schande über mich!")

Der Eigenanteil kann im Laufe der toxischen Beziehung zunehmen

Die Gewichtung von Schuld und Eigenanteil kann sich im Laufe der toxischen Beziehung verschieben. Einige verstehen mit der Zeit besser, was zwischen ihnen abläuft. Manche weigern sich dennoch, ihren Eigenanteil zu sehen.

Beispielsweise wenn sich so viel Wut angestaut hat, dass ihr Selbstwertgefühl nur noch vom Anspruch moralischer Überlegenheit zusammengehalten wird. So verständlich das ist, so sehr stabilisiert es leider auch die toxischen Beziehungsmuster. Man spricht hier auch vom Spielgewinn des Komplementär-Narzissten.

Ist es erst einmal so weit gekommen, können schnell beide toxisch werden. Dann verschwimmen die Grenzen zwischen Täter und Opfer. (In der Praxis ist die Unterteilung in Täter und Opfer allerdings nicht sinnvoll.)

Dann wollen beide dem anderen nur noch schaden. Wobei die Co-Narzisstin häufig den subtileren Weg wählt. Daher wird sie vom Umfeld häufig auch nicht als Co-Täterin erkannt.

Folgen deine Beziehungen einem erkennbaren Muster und bist du wiederholt in toxischen Beziehungen gefangen, gibt es sehr wahrscheinlich einen Eigenanteil. Du trägst einen ungelösten Grundkonflikt in dir, der Narzissten magnetisch anzieht und umgekehrt. Diesen Eigenanteil solltest du dir dringend anschauen.

Können in einer Partnerschaft auch beide toxisch wirken?

Ja, das ist möglich. Bedenke, dass wir alle narzisstische Anteile in uns haben. Diese können durch das toxische Verhalten des Partners als emotionale Überlebens-Reaktion getriggert werden. Dann stellen sie eine Selbstschutzstrategie dar. Aber auch andere Hintergründe sind denkbar. Im Laufe einer toxischen Beziehung werden so viele Verletzungen angesammelt, dass sie das Schlechteste in uns zum Vorschein bringen können.

Stell dir vor, du schüttest heißes Wasser in ein Glas. Die Hitze des Wassers ist so dominant, dass sie auf das Glas übergeht. Das Glas übernimmt Eigenschaften des Wassers. Ähnliches kann auch in einer toxischen Beziehung geschehen. Beispielsweise durch Lernen am Modell.

Wir bilden in unserem Episodengedächtnis nicht nur unsere  Erfahrungen aus der Ich-Perspektive ab., sondern ebenso die Rolle der anderen. Hat man uns etwas angetan, verinnerlichen wir also auch die Rolle des Täters.

Dieses gespeicherte Verhalten der anderen steht uns später als Handlungsmodell zur Verfügung. Es kann unter bestimmten Voraussetzungen aktiviert  werden. Dann verhalten wir uns so, wie man sich früher uns gegenüber verhalten hat.

Was passiert, wenn zwei Narzissten eine Beziehung führen?

Das kommt in der Praxis kaum vor. Natürlich kann es auch mal passieren, dass zwei Narzissten einander anziehend finden. Doch wird diese Beziehung nicht von Dauer sein und schnell instabil werden. Wenn zwei zusammenkommen, die beide nur nehmen wollen, wird nicht lange funktionieren.

Im Gegensatz dazu hat die empathisch-narzisstischen Kollusion einen gewissen "Charme". Hier finden zwei Menschen zusammen, die sich ihren Neigungen wunderbar ergänzen. Zumindest anfangs. Einer gibt gerne zu viel und einer nimmt gerne zu viel.

Dennoch verirren sich manchmal zwei Narzissten zueinander. Nämlich dann, wenn der andere einen besonders hohen Status genießt. Sei es durch äußerliche Attraktivität, eine Machtposition oder großen wirtschaftlichen Erfolg. Da sich Narzissten gerne mit außergewöhnlichen Menschen umgeben, kann dies zu einem Anziehungsfaktor werden.

In der Praxis sind solche Konstellationen aber nicht sehr verbreitet. Dafür haben beide zu feine Antennen für ihre Mitmenschen. Sie merken schnell, dass sie sich in ihrer Grundstruktur zu ähnlich sind. Dadurch stoßen sie sich ab, wie zwei gleichpolige Magnete.

Tipp: Du willst noch mehr über toxische Beziehungen, den konstruktiven Umgang mit deinem narzisstischen Partner und deine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Dann trage dich hier in meinem Newsletter ein. Dort erhältst du jede Menge fundiertes Fachwissen zum Thema und lernst anhand vieler persönlicher Fallgeschichten von anderen Betroffenen.

Bindungsangst in der toxischen Beziehung

Die narzisstische Kollusion dient nicht zuletzt auch der Abwehr eigener Bindungsängste. Sowohl auf Seiten des Narzissten als auch der Co-Narzisstin. Indem bestimmte Themen auf den Partner abgewälzt werden, hoffen beide, sich damit nicht auseinandersetzen zu müssen. Natürlich geht die Rechnung im Alltag nicht auf, was zu viel Frustration in der toxischen Beziehung führt.

Bindungsangst ist ein ebenfalls komplexes Thema, das nicht nur in Verbindung mit Narzissmus vorkommt. Darauf bin ich bereits an anderer Stelle ausführlich eingegangen.

Hier findest du einen meiner meistgelesenen Gastbeiträge auf der Seite myMONK.de zum Thema Bindungsangst:

>>> Abhängigkeit und Angst vor Nähe - Wie und warum Beziehungen aus dem Gleichgewicht geraten

Kann man eine toxische Beziehung retten?

Kann man eine toxische Beziehung retten?

Klares NEIN! Das würde ein Gegenüber voraussetzen, das gewillt und in der Lage ist, eine nicht manipulative Beziehung auf Augenhöhe zu führen. Genau das ist bei einem toxischen Partner nicht gegeben. Und sorry, wenn ich das in aller Deutlichkeit sagen muss, wird es auch niemals sein.

Natürlich gibt es hin und wieder mal Ausnahmen. Die Frage ist nur, ob du wirklich alles auf diese Karte setzen möchtest. Denn diese Ausnahmen sind extrem selten. Genauso gut könntest du deinen Job kündigen und auf professionelles Lottospielen umsteigen.

Es gibt immer mal wieder einen glücklichen Gewinner. Die Chance, dass du am Ende völlig verarmt und desillusioniert unter einer Brücke wohnst, ist dabei jedoch millionenfach höher. Hoffnung ist ein zweischneidiges Schwert. Viele haben sich daran schon kräftig geschnitten.

Der Unterschied zwischen berechtigter Hoffnung und malignem Optimismus

Um dich aus deiner toxischen Beziehung zu lösen, musst du lernen, zwischen berechtigter Hoffnung und malignem Optimismus zu unterscheiden. "Maligne" heißt bösartig. So bezeichnet man in der Medizin bestimmte Tumoren.

Gemeint ist die völlig unberechtigte Hoffnung, dass dein Partner sein Verhalten ändern wird oder du eure Beziehung zum Laufen bringen kannst. Auch wenn du dich für ihn bis zum Anschlag optimiert hast, ändert sich nichts. Das ist hart, aber Fakt. Die Hoffnung, dass es doch so sei, zerstört jedoch dein Leben und frisst dich von innen auf.

Wie beende ich eine toxische Beziehung?

Mit Trennungskompetenz. Das ist die Fähigkeit, während der Trennungsphase in deinem Erwachsenen-Ich zu bleiben, anstatt in dein inneres Kind abzurutschen. Von dort aus kümmerst du dich um die Bedürfnisse, Ängste und Nöte deines inneren Kindes. Du erlebst das Geschehen jedoch nicht durch seine Augen. Du bleibst rational und behältst die Realität im Blick.

Toxische Beziehungen sind wie eine Droge. Eine Trennung fühlt sich an, wie der kalte Entzug für einen Junkie. Du gehst durch die Hölle, bis du an deinem persönlichen Ground Zero angekommen bist. Wenn du es bis dorthin schaffst und dich nicht zurücksaugen lässt (Hoovering). Mittels Drohungen, Druck oder Love Bombing, zum Beispiel.

Um loszukommen, benötigst du ein regelrechtes Narzissten-Detoxing. Dabei ist in den ersten Wochen alles erlaubt, was ablenkt. Ziel muss es sein, dich so wenig wie möglich mit dem Ex zu beschäftigen.

Wie beende ich eine toxische Beziehung?

Dazu darfst du alles konsumieren, was dir dabei hilft. Gib dir einen Serienmarathon nach dem anderen, wenn du magst. Vereinbare mit deinem Schokodealer eine Flatrate. Mach Urlaub in einem fernen Land. Triff deine Freundinnen, aber sprecht um Himmels Willen nicht über deinen toxischen Ex.

Trennungskompetenz erwerben

Eine toxische Beziehung, aus der man sich leicht lösen kann, gibt es nicht. Das liegt zum einen an der besonderen Dynamik aus Manipulation, Schuld- und Schamgefühlen, Bindungs- und Trennungsängsten. Zum anderen am eigenen in der Kindheit gelernten Bindungsverhalten. Hier wiederholen wir auch als Erwachsene noch die Muster, die wir in der Kindheit erlernt haben.

Für ihre Bindungstheorie haben Bowlby und Ainsworth das Bindungs- und Trennungsverhaltens zwischen Müttern und ihren Kindern untersucht. Dabei zeigten sich verschiedene Bindungsstile, die sich meistens bis ins Erwachsenenalter halten. Wenn du dich wirklich aus deiner toxischen Beziehung lösen möchtest, musst du dich mit deinen eigenen Bindungserfahrungen auseinandersetzen.

Die Erkenntnisse der beiden Forscher gehören heute zum psychologischen Grundlagenwissen. Sie kategorisierten die Bindungsstile in vier Bereiche:

Bindungsstile nach Bowlby und Ainsworth

1. Sichere Bindung

Kinder mit sicherer Bindung äußern unbefangen ihre Gefühle. Sie gehen offen auf andere Menschen zu.

2. Unsicher-vermeidende Bindung

Kinder mit unsicher-vermeidender Bindung verhalten sich pseudo-autonom. Sie tun, als wären sie weitestgehend unabhängig von ihrer Bezugsperson und zeigen klassisches Kontaktvermeidungsverhalten. Dabei wenden sie sich primär einem Spiel oder Spielzeug zu, um ihren inneren Stress zu bewältigen.

3. Unsicher-ambivalente Bindung

Bei der unsicher-ambivalenten Bindung sind die Kinder in ihrem Verhalten und Gefühlsausdruck hin-und-her gerissen. Zwischen dem Wunsch nach Nähe zu ihrer Bezugsperson einerseits und deren gleichzeitigem Zurückweisen andererseits. Sie wünschen sich Nähe, können sie jedoch nicht aushalten.

4. Desorganisierte Bindung

Desorganisierte Bindung ist die schwerste Form der Bindungsstörung. Die Kinder verhalten sich weitestgehend emotionslos. Sie zeigen Verhaltensweisen, die man sonst von Schizophrenen kennt. Dazu gehören Schaukeln, Bewegungsstereotypien, sich im Kreis drehen, mit dem Kopf wackeln und andere.

Erfahre mehr über deinen persönlichen Bindungsstil

Dein persönlicher Bindungsverhalten ist ein zentrales Thema, wenn es um die Trennung aus einer toxischen Beziehung geht. Ihn zu reflektieren und einen erwachsenen und konstruktiven Umgang mit Trennungssituationen zu erlernen, ist ein wesentlicher Bestandteil in meinen Coachings. Es wird dir nicht nur helfen, dich aus deiner toxischen Beziehung zu lösen. Du profitierst auch im Alltag enorm davon. Denn das Leben ist voll von kleinen und mittleren Trennungserfahrungen.

Der Ausstieg aus einer toxischen Beziehung will gut geplant und vorbereitet sein

Da Manipulation in einer toxischen Beziehung an der Tagesordnung ist, kannst du dich in vielen Fällen nicht leichtfertig trennen. Oft hat der toxische Partner dich über Jahre immer weiter unter seine Kontrolle gebracht.

Er kennt deine Bankdaten oder verwaltet das gemeinsame Konto. Oft weiß er alle deine Passwörter und kann auf deine Emails zugreifen.

Manchmal kontrolliert und verfolgt er jeden deiner Schritte. Häufig gibt es gemeinsame finanzielle Verpflichtungen wie die Ratenzahlung für ein Haus. Oder ihr habt ein Kind zusammen.

Vielleicht bist du sogar finanziell von ihm abhängig. Dann hast du möglicherweise Angst, mit den Kindern ohne einen Cent dazustehen, wenn du ihn verlässt.

Toxische Beziehung beenden

Ein Narzisst entlässt dich nicht kampflos aus eurer toxischen Beziehung. Sobald er Wind davon bekommt, wird er unternehmen, um dich daran zu hindern.

Er wird unglaublichen Druck erzeugen, aggressiv und aufbrausend sein. Wird dir Schuldgefühle einreden und betonen, dass du ohne ihn gar nicht lebensfähig seist. Er wird dir drohen und dich mit einer Schmutzkampagne überziehen. Wird seine Flying Monkeys aktivieren und sie gegen dich einsetzen.

Deshalb ist es wichtig, dass du bei der Trennung keinen Schritt dem Zufall überlässt. Je besser du vorbereitet bist, desto größer ist dein strategischer Vorteil. Er sollte so spät wie möglich erfahren, was du vorhast. So hast du bessere Chancen, den Absprung aus deiner toxischen Beziehung zu schaffen.

 Dafür ist ein geplantes Vorgehen unabdingbar:

1. Erobere dir im Vorfeld möglichst viel Selbstständigkeit zurück

Bestehe auf einem eigenen Konto. Oder wenigstens darauf, die gemeinsamen Bankdaten für Notfälle selbst zu kennen. Entferne mögliche Spyware von deinem Handy. Such dir wenn nötig. jemanden, der sich damit auskennt. Lege dir ein geheimes Email-Konto an, von dem du zukünftig alles wesentliche regelst.

Rede mit deinen engsten Freunden über das, was wirklich in eurer Beziehung abläuft. Bitte sie um Unterstützung bei deinem Vorhaben.

Lerne, Behördengänge selbstständig zu erledigen. Bewirb dich auf einen Job. Spare oder leihe dir etwas Geld. Tu was nötig ist, um unabhängiger zu werden und mehr Boden unter deine Füße zu bekommen. Je stabiler du stehst, desto schwerer kann er dich umschubsen.

2. Get Stronger

Es reicht nicht, deine äußeren Hausaufgaben zu machen. Die inneren sind vielleicht noch wichtiger. Stelle dich deinen Ängsten und Schuldgefühlen, bevor er sie triggern kann. Löse diese Trigger wenn möglich, damit er weniger Hebelwirkung auf dich hat. Hierfür ist professionelle Hilfe angebracht.

Ich bin kein Freund davon, nicht die Wahrheit zu sagen. Aber wenn du dich aus einer toxischen Beziehung mit einem Narzissten lösen möchtest, musst du taktisch vorgehen. Dazu lässt es sich häufig leider nicht vermeiden, ebenfalls zu lügen und zu manipulieren.

3. Suche dir externe Hilfe

Die Trennung von einem Narzissten kann eine der härtesten Herausforderungen deines Lebens werden. Doch es gibt Profis, die dir helfen. Dazu zählen offizielle Hilfseinrichtungen. Zum Beispiel die Frauenhäuser, das weiße KreuzProfamilia oder der sozialpsychiatrische Dienst deiner Stadt.

Bei häuslicher Gewalt auch die Polizei. Es gibt spezialisierte Anwälte, die dir helfen können. Oft werden diese von einem Träger bezahlt. Und es gibt Therapeuten, die dir helfen, die Trennung möglichst unbeschadet zu überstehen. Das nützt auch deinen Kindern, wenn du welche hast. Ein guter Therapeut hilft dir, deine negativen Bindungsmuster nicht an deine Kinder weiterzugeben.

Gefahr des jahrelangen In and Out

Durch die besondere Beziehungsdynamik einer toxischen Beziehung ist das Rückfallrisiko besonders hoch. Mittels Hoovering, sozialem oder finanziellem Druck, induzierten Schuldgefühlen oder anderen Manipulationstechniken versucht der Narzisst, dich wieder zurückzuholen. Oder du willst sogar freiwillig zurück, weil du den Trennungsschmerz nicht aushältst.

Deshalb ist es auch so wichtig, dass du dich intensiv mit deinem Eigenanteil auseinandersetzt. Du musst größer und stärker werden, als du es bisher warst, um aus der toxischen Beziehung herauszuwachsen. Nur so kannst du sicherstellen, später nicht wieder rückfällig zu werden. Oder schnurstracks mit dem nächsten Narzissten in eine weitere toxische Beziehung zu geraten.

Grey Stone Technik

Toxische Beziehung - Grey Stone Technik

Narzissten ernähren sich von den Gefühlen, die sie in dir hervorrufen. Den guten wie den schlechten. Das ist Teil ihrer narzisstischen Zufuhr. Bei der Grey Stone Technik geht es darum, dem Narzissten nicht mehr als Zufuhrquelle zur Verfügung zu stehen. So verliert er mit der Zeit das Interesse an dir, wenn du Glück hast.

Dafür musst du für ihn so uninteressant wie möglich werden. In jeder Hinsicht. Werde zum grauen Stein (Grey Stone). Zeige nach Möglichkeit keine Gefühle. Weder positive noch negative.

Je weniger emotional du auf den Narzissten reagierst, desto ungeeigneter bist du für ihn als narzisstische Zufuhrquelle. Dazu gehört auch, dass du von dir aus keinen Kontakt zu ihm aufnimmst. Auf seine Kontaktversuche solltest du, wenn überhaupt, nur kurz angebunden und vollkommen unemotional reagieren. Antworte nur, wenn es unbedingt nötig ist.

No Contact

Eine der wichtigsten Regeln bei der Trennung von einem Narzissten lautet:  Vermeide jeglichen Kontakt. Natürlich geht das nicht immer. In vielen Fällen wird dein Ex den Kontakt zu dir suchen. In einer Trennungsphase gibt es häufig viele Angelegenheiten zu regeln. Wart ihr verheiratet oder habt ein gemeinsames Haus, muss vieles an die neue Situation angepasst werden. Das geht selten ganz ohne Kontakt.

Gibt es gemeinsame Kinder, gilt das natürlich umso mehr. Mit einiger Sicherheit wird dein Ex-Narzisst versuchen, dir bei jeder Gelegenheit Schuldgefühle einzureden. Er wird dir Vorwürfe machen, dir die alleinige Schuld geben und versuchen, die Kinder auf seine Seite zu ziehen.

Dazu wird er Lügen über dich verbreiten oder dich bei anderen schlecht machen. Was auch kommt, beschränke den Kontakt auf das absolut notwendige Minimum.

Doch auch andersherum besteht Gefahr. Die wenigsten trennen sich aus einer toxischen Beziehung ohne massiven Trennungsschmerz. Auch wenn eure Beziehung vollkommen dysfunktional war. Es mag der Moment kommen, wo alles in dir wieder zurück zu ihm will. Diesem Drang musst du widerstehen. Arbeite an deinen Themen, stell dich deinen Ängsten, löse deine emotionalen Blockaden. Tue, was immer nötig ist, aber vermeide jeglichen Kontakt.

Es ist wie eine Sucht

Das gilt genauso für das Stalken der Social Media Profile deines Ex. Sprich nicht mit gemeinsamen Freunden über ihn, um zu erfahren, wie es ihm geht. Auch nicht, ob er schon jemand neues hat. Mach dir bewusst, du bist in dem Moment wie eine Süchtige, der man ihre Drogen weggenommen hat. Die Erlebnisse in deiner toxischen Beziehung haben Spuren in deinem Gehirn hinterlassen.

Deine gesamte Biochemie ist durcheinander. Die Oxytocin- und Dopaminlevel sind vollkommen aus dem Gleichgewicht. Dies kann deine gesamte Wahrnehmung verdrehen.

Das gilt umso mehr, wenn du Opfer von Trauma Bonding geworden bist. An einem kalten Entzug führt kein Weg vorbei. Du brauchst eine ausgiebige Phase des Narzissten-Detoxing. Sonst hängst du nach dem kleinsten Rückfall wieder an der Nadel.

Hilfe für Opfer narzisstischen Missbrauchs

Vielleicht steckst du noch mittendrin. Befindest dich in großer seelischer, finanzieller oder körperlicher Not. Dann such dir Hilfe und zwar umgehend. Je nach deiner Situation gibt es im deutschsprachigen Raum viele Anlaufstellen für Betroffene.

Einige davon sind eher allgemein gehalten. Dazu zählt beispielsweise die Telefonseelsorge oder der sozialpsychiatrische Dienst. Andere sind auf eine Zielgruppe von Betroffenen spezialisiert. Wie Hilfe für Angehörige von Alkoholikern (Al Anon Familiengruppen) oder bei körperlicher Gewalt (Frauenhäuser).

Jede Anlaufstelle kann dich aber, sollten sie sich nicht zuständig fühlen, an für dich geeignete Hilfsangebote verweisen. Klick einfach auf den Link, der dir für deine Situation am geeignetsten scheint. Diese Liste stellt nur eine Auswahl dar. Darüber hinaus existieren viele weitere Hilfsangebote.

Tipp: Du willst noch mehr über toxische Beziehungen, den konstruktiven Umgang mit deinem narzisstischen Partner und deine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Dann trage dich hier in meinem Newsletter ein. Dort erhältst du jede Menge fundiertes Fachwissen zum Thema und lernst anhand vieler persönlicher Fallgeschichten von anderen Betroffenen.

Wie kann ich eine toxische Beziehung verarbeiten?

Du hast dich aus einer toxischen Beziehung gelöst, aber deine Wunden sind noch nicht geheilt? Nun denkst du noch oft daran zurück und fragst dich, wie es soweit kommen. Oder was du hättest anders machen können?

Vielleicht fragst du dich, was du aus deinen Erfahrungen lernen kannst, um künftig liebevollere Beziehungen zu führen. Oder bist dir unsicher, wie viel von dem, was passiert ist, mit dir zu tun hat? Wie kannst du das, was gewesen ist, am besten verarbeiten?

Das sind alles gute Fragen. Hier kommen Antworten.

Erwirb ein umfassendes Verständnis der toxischen Beziehungsdynamik

Einiges hast du schon in diesem Artikel erfahren. Geh noch mehr in die Tiefe. Auf dieser Seite findest du jede Menge weiterführende Artikel und Podcast-Folgen zum Thema. Sie werden dein Verständnis erweitern und sicherstellen, dass dein Bewusstsein für die toxischen Abläufe immer weiter geschärft wird.

Melde dich in meinem Newsletter an und erhalte regelmäßig weiterführende Tipps und Informationen. Erfahre durch die Fallgeschichten anderer, dass du nicht alleine bist. Lerne von den Erfahrungen dieser Menschen.

Nutze den Narzissten als Spiegel für deine ungelösten Themen

Wenn es dir gelingt, die Perspektive zu wechseln, hat dir der Narzisst sehr viel zu geben. Nicht als Beziehungspartner. Sondern in seiner Eigenschaft als gnadenloser Spiegel, der dir deine eigenen ungelösten Themen aufzeigt.

So schmerzhaft deine Erfahrungen innerhalb der toxischen Beziehung waren. Wenn du sie zu nutzen verstehst, können sie dich in deiner Persönlichkeitsentwicklung regelrecht nach vorn katapultieren.

  • In seiner Eigenschaft, sich selbst zu erhöhen und in den Mittelpunkt zu stellen, spiegelt sich deine Neigung, dich zu sehr zurückzunehmen und deine Bedürfnisse denen anderer unterzuordnen.
  • Die permanente Manipulation des Narzissten spiegelt möglicherweise deine Naivität und Gutgläubigkeit.
  • Seine mangelnde Fähigkeit und Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren, spiegelt vielleicht deine zu große Offenheit, Fehler immer zuerst bei dir zu suchen. Oder deine falsche Hoffnung, die Beziehung doch noch retten zu können. Sowie deine Weigerung, aus den destruktiven Beziehungserfahrungen mit dem Narzissten die richtigen Konsequenzen zu ziehen.
  • In seinem überzogenen Streben nach Unabhängigkeit spiegelt er dir eventuell deine zu große Neigung, dich von einem anderen Menschen abhängig zu machen und mit ihm zu verschmelzen.
  • Durch seinen Mangel an Respekt und Empathie spiegelt sich womöglich deine eigene fehlende Wertschätzung für dich selbst.

Er spiegelt dich auch dann, wenn du sein Verhalten nicht verursachst

Damit soll nicht gesagt sein, dass du diese Dinge verursachst. Nein. Sein Verhalten hat wenig mit dir zu tun. Er würde es mit den meisten anderen ähnlich behandeln. Zumindest diejenigen, die sich dies gefallen lassen.

Den Narzissten als Spiegel zu benutzen ist lediglich eine Möglichkeit, die Perspektive zu wechseln und möglicherweise zu neuen und wertvollen Wachstumsimpulsen zu kommen. Sie sagt nichts darüber, wer Schuld ist. Es soll dir nur helfen, deinen Eigenanteil an der Aufrechterhaltung eurer dysfunktionalen Beziehung besser zu erkennen.

Überwinde die co-narzisstischen Beziehungsmuster deiner Kindheit

Die Beziehungsmuster, die dich empfänglich für Narzissten machen, haben ihren Ursprung in der Kindheit. Dort lernt unser inneres Kind, wie Beziehungen funktionieren.

Die Dynamik unserer Ursprungsbeziehungen übertragen wir dann später auf Stellvertreter. Dort versuchen wir zu lösen, was wir als Kinder bei unseren Eltern nicht lösen konnten. Durch unsere frühen Kindheitserfahrungen wird auch unser späterer Bindungsstil geprägt. Dieser bestimmt nicht nur, wie und mit wem wir Bindungen eingehen. Sondern auch, ob und wie wir uns wieder trennen können, wenn uns die Beziehung nicht gut tut. Auch die Grundlagen für Co-Narzissmus liegen in unserer Kindheit.

Und nur dort können sie auch gelöst und verändert werden. Dazu ist es erforderlich, dass wir genau hinsehen, was uns geprägt hat. Denn diese Prägungen beeinflussen unser Verhalten bis heute. So können wir die Muster verändern, die uns heute nicht mehr dienlich sind.

Genau das machen wir im Life-Coaching.

Wenn du vorher noch mehr über dieses Thema lernen möchtest, steht alles Wesentliche in meinem neuesten Buch.  "Ich geh dann mal meinen eigenen Weg - Wie die Erwartungen unserer Eltern unser Leben beeinflussen und wie wir uns davon lösen". Dort findest du eine genaue Analyse der typischen Verhaltenskategorien von Eltern und was es mit uns Kindern macht. Dazu spezifische Übungen, um deinen eigenen Beziehungsmustern auf die Spur zu kommen.

Ich geh dann mal meinen eigenen Weg - Wie die Erwartungen unserer Eltern unser Leben bestimmen und wie wir uns davon befreien

Taschenbuch (240 S.)
16,99 €

Lerne, deine Bedürfnisse wahrzunehmen und geltend zu machen

Viele Co-Narzissten mussten früh in ihrem Leben lernen, die Bedürfnisse anderer wichtiger zu nehmen, als ihre eigenen. Deshalb können sie manchmal nicht mal sagen, welche eigenen Bedürfnisse sie haben. Hier gilt es, das Gefühl für dich selbst zu stärken. Vielleicht zum ersten Mal wahrzunehmen, was dein Eigenes ist und was zum anderen gehört.

Der nächste Schritt ist die innere Erlaubnis, überhaupt eigene Bedürfnisse zu haben und erfüllt bekommen zu wollen. Du darfst lernen, dich deinem Partner voll zuzumuten. Mit allem, was zu dir gehört.

Nicht nur mit der Seite von dir, von der du hoffst, dass sie seine Zustimmung bekommt. Wenn du in einer toxischen Beziehung mit einem Narzissten warst, hast du dich immer mehr versucht, an ihn anzupassen.

Du wolltest seine Wünsche erfüllen und die sein, die er lieben kann. Anfangs in der Hoffnung, dass alles so wird wie früher. Als ihr noch in der Love Bombing Phase eures Kennenlernens wart. Später vielleicht nur noch, um seinen ständigen Entwertungen zu entgehen.

Erkenne deine wahren Beziehungsbedürfnisse

Diese Entwicklungen gilt es, rückgängig zu machen. Dafür musst du deiner Angst begegnen, abgelehnt zu werden. Vor allem, wenn du dich so zeigst, wie du wirklich bist. Mit all deinen Wünschen und Bedürfnissen.

Dann erst kannst du lernen, auch deine wahren Beziehungsbedürfnisse zu zeigen. Oder darum zu bitten, sie erfüllt zu bekommen.

Viele, die ihre alten co-narzisstischen Muster überwunden haben, ziehen danach wertschätzenden Partner an. Solche, nach denen sie sich zuvor nur sehnen konnten. So einen Partner wirst du selten darum bitten müssen, dir deine Wünsche zu erfüllen. Ihm ist von selbst daran gelegen, dass es dir in eurer Beziehung gut geht.

Wenn du deine eigenen Beziehungsbedürfnisse ergründen möchtest, findest du hier eine Artikelserie von mir. Darin stelle ich dir jedes einzelne Beziehungsbedürfnis im Detail. Dazu gibt's auch jeweils eine eigene Podcast-Folge:

---> Die 8 Beziehungsbedürfnisse nach Erskine und Trautmann

Restauriere dein Selbstwertgefühl und lass dein Selbstvertrauen auferstehen

Je länger du den Entwertungen des Narzissten ausgesetzt warst, desto mehr hat dein Selbstvertrauen Schaden genommen. In deinem Heilungsprozess musst diesen Schaden reparieren und das Vertrauen in dich zurückerlangen.

Dabei hilft es, die Erfahrungen innerhalb deiner toxischen Beziehung mit etwas Abstand zu reflektieren. Durch einen systemischen Perspektivwechsel gelangst du zu neuen Einsichten und Erkenntnissen. Auch das ist ein Bestandteil des Life-Coachings.

Lerne, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu schützen

Abgrenzung ist in einer toxischen Beziehung ein Kernthema. Je besser du dich abgrenzen kannst, desto unwahrscheinlicher bleibst du dauerhaft in einer toxischen Beziehung. Die meisten Menschen in einer toxischen Beziehung haben jedoch ein Problem mit der Abgrenzung.

Sie haben die Tendenz, mit anderen zu sehr verschmelzen zu wollen. Haben ihre eigene Autonomie noch zu wenig entwickelt. Sie wissen in der Regel nicht, wo ihre eigenen Grenzen sind. Ihnen ist nicht klar, wie sie diese deutlich machen und notfalls auch verteidigen sollen, wenn der Narzisst sie übertritt.

Durch das manipulative Verhalten des Narzissten lösen sich die ohnehin schwachen Grenzen im Laufe der Zeit zusätzlich auf. Am Ende lässt du dir Dinge gefallen, die du normalerweise niemals tolerieren würdest.

Auch hier gilt es, selbstständiger zu werden, dich selbst besser kennen und achten zu lernen. Du musst lerne, deine Grenzen bewusst wahrzunehmen. Grenzübertritte sollten Konsequenzen für dein Gegenüber haben. Eine dieser Konsequenzen kann das Verlassen der Beziehung sein, wenn deine Grenzen wiederholt verletzt werden.

Hierfür ist es ebenfalls wichtig, dich mit deinem gelernten Bindungs- und Trennungsverhalten auseinanderzusetzen. Von vielen der Lernaufgaben, die mit deinem Eigenanteil zu tun haben, profitierst du auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Vielleicht ist dir das eine zusätzliche Motivation, deine Themen nun ein für allemal anzugehen.

Vergib dir und dem toxischen Partner, um frei zu werden

Es bringt leider gar nichts, den narzisstischen Ex-Partner zu dämonisieren. Obwohl du sicher allen Grund dazu hättest. Du schadest dir damit auf Dauer nur selbst. Denn solange du das tust, fließt deine Energie weiterhin zu ihm. Er wird stärker, du wirst schwächer. Auch das ist narzisstische Zufuhr für ihn. Du nährst ihn damit, während du selbst weiter abbaust. Du wirst weniger, er wird mehr.

Außerdem bist du unfähig, auf dich selbst zu blicken, solange du nur auf ihn schaust. So bleibst du ohnmächtig, deine eigene Lernaufgabe anzugehen und daran zu wachsen. Viele fühlen sich bei dem Gedanken, dem anderen zu vergeben, überfordert. Besonders, wenn die Wunden noch klaffen und die Verletzungen womöglich immer noch anhalten.

Oft besteht auch das Missverständnis, dem anderen zu vergeben würde bedeutet, seine Taten herunterzuspielen. Als wäre alles gar nicht so schlimm gewesen. Doch das ist keine Vergebung. Das wäre Selbstbetrug. Um dir das Vergeben zu erleichtern, hilft dir vielleicht die folgende Unterscheidung.

1. Descisional Forgiveness

So bezeichnet man den Beschluss, einem anderen Menschen zu vergeben. Unabhängig von den Gefühlen, die man diesem Menschen gegenüber nach wie vor hegt oder nicht. Der Entschluss, einem Menschen zu vergeben ist unerlässlich, um ihm irgendwann später auch emotional vergeben zu können.

Diesen Entschluss musst du anfangs möglicherweise immer und immer wieder bekräftigen. Je schlimmer das erlittene Unrecht, desto häufiger musst du dich bewusst dazu entscheiden, ihm zu vergeben. Wisse aber, dass dies nicht bedeutet, dem anderen eine Absolution zu erteilen. Oder gar zu vergessen oder zu entschuldigen, was er getan hat.

Wir belassen die Schuld und Verantwortung für seinen Teil vollständig beim anderen. Wir beschließen lediglich, ihm zu vergeben, um nicht länger mental-emotional an den Täter gebunden zu bleiben. Und sei es nur, weil wir ihm nicht gönnen, dadurch weiterhin Einfluss auf unser Leben zu haben.

2. Emotional Forgiveness

Von Emotional Forgiveness sprechen wir, wenn es uns schließlich gelungen ist, dem Täter auch noch emotional zu vergeben. Diese Stufe folgt manchmal unmittelbar auf den Entschluss, dem anderen zu vergeben. Manchmal erst viele Jahre später. Sie ist jedoch immer der zweite Schritt und nie der erste.

Suche aktiv die Nähe von Menschen, die dir gut tun

Manchmal ist es nötig, mit dem Beenden einer toxischen Beziehung auch einen großen Teil des vorherigen Umfeldes zu erneuern. Das gilt besonders, wenn es einen gemeinsamen Freundeskreis gibt. Oder der Narzisst Menschen in deinem Umfeld zu seinen Flying Monkeys umgedreht hat.

Dann wird die Trennung auch von diesen Menschen wie eine Reinigung wirken. Du kannst danach neu anfangen. Mit Menschen, die dir wirklich gut tun. Deren Nähe solltest du nun aktiv suchen.

Finde den Mut, nach einer toxischen Beziehung wieder lieben und vertrauen zu können

Viele nehmen nach den schmerzhaften Erfahrungen einer toxischen Beziehung eine emotionale Schutzhaltung ein. Sie vertrauen niemandem mehr. Kein Wunder, bei dem, was sie erlebt haben. Doch durch dieses Einpanzern bleibst du chronisch unglücklich. Denn deine wichtigsten Beziehungsbedürfnisse bleiben unerfüllt.

Die Lebendigkeit zu töten, um vermeintlich sicher zu sein, lässt uns ein gebeugtes Leben auf den Knien führen. Solch ein Leben ist nicht erstrebenswert. Die meisten bereuen im Rückblick in erster Linie, was sie nicht getan oder gewagt haben.

Wir Menschen sind gemacht, um zu lieben und geliebt zu werden. Wir kümmern dahin, wenn wir uns der Liebe entziehen und der Angst das Feld überlassen. Es ist an der Zeit, deine Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und deine alten Muster aufzulösen.

Du hast bereits viel über die narzisstische Beziehungsdynamik gelernt

Gleichzeitig hast du dir ein hohes Gewahrsein narzisstischer Beziehungsdynamik erworben. Du kennst nun dich selbst viel besser als damals. Du verstehst, was es über Narzissten und toxische Beziehungen zu verstehen gibt.

Wenn du deine Hausaufgaben gemacht hast, bist du kein geeignetes Gegenüber mehr für Narzissten auf der Suche nach einer Zufuhrquelle. Sollte doch mal einer auf dich aufmerksam werden, verliert er schnell das Interesse. Denn du fällst einfach nicht mehr auf seine Spielchen rein. Was dich vorher noch an seinem Verhalten angezogen hätte, findest du jetzt eher lächerlich. Du musst dich zurückhalten, ihn zu fragen, ob er das wirklich ernst meint, was er da von sich gibt.

Darüber hinaus verändert sich dein "Beuteschema". Du fühlst dich nicht mehr zu emotional missbrauchenden Menschen hingezogen. Du hast deine Sucht nach der emotionalen Achterbahnfahrt überwunden. Nun bist du so viel stärker als je zuvor. Die Wahrscheinlichkeit, je wieder in eine toxische Beziehung zu geraten, war dann noch nie geringer. Die Chance auf echte Liebe hingegen noch nie größer.

Die Lern- und Entwicklungsaufgabe des Co-Narzissten

Du bist eine emotional Überlebende. Es gibt eine alte Wunde in dir, die endlich angeschaut und geheilt werden will. Sie hat dich zu dem Narzissten hingezogen und viel zu lange in eurer toxischen Beziehung verweilen lassen. Zeit, diese alte Wunde zu versorgen.

Diese Ur-Verletzung ist es, aus der dein Bindungsmuster und Trennungsverhalten resultiert. Aus ihr gehen die Lebensfallen hervor, unter deren Einfluss du stehst. Sie haben deine Wahrnehmung so verdreht, dass du leichte Beute für den toxischen Narzissten wurdest.

Du wolltest nie wieder so verletzt werden. Deshalb hast du beschlossen, dass die Bedürfnisse anderer wichtiger sind. Hast gelernt, dich selbst weniger wahrzunehmen, die anderen dafür umso mehr. Du hast du dir eingebildet, einen speziellen anderen zu brauchen. Weil du glaubtest, allein und für dich nicht stehen zu können. Hast beschlossen, so angenehm wie möglich für andere zu sein. Oder gedacht, du dürftest dir keine Fehler oder Makel erlauben. Weil du sonst aus der Bindung fällst und andere dich ablehnen. Denn so hast du es vielleicht schon einmal erlebt.

Dein Persönlichkeitswachstum wird deine bisherige Welt auf den Kopf stellen

In der Umkehrung dieser Entwicklungen liegt deine Lernaufgabe. Hier ist ein Persönlichkeitswachstum möglich, das deine bisher gekannte Welt auf den Kopf stellt und dir zu einem nie gekannten Lebensgefühl verhelfen kann. Deine eigene Entwicklung verändert nicht nur deine bewussten und unbewussten Beziehungsentscheidungen. Sie verändert auch deine Ausstrahlung und deinen persönlichen "Magnetismus".

Wenn du immer authentischer wirst, kommst du in Kontakt mit deinem wahren Selbst. Du hörst du auf, Menschen anzuziehen, die dir deine Ur-Wunde spiegeln. Stattdessen wirst magnetisch für potenzielle Partner, die wirklich zu dir passen. Weil du begonnen hast, die richtigen Signale an die richtigen Menschen zu senden.

Tanja Fasching

St. Johann (Tirol)

tanja.fasching[at]gmail.com

Andreas bringt mich dazu, das Leben wieder als das anzusehen, was es ist: Eine unglaubliche Vielzahl an Möglichkeiten, sich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute neu zu entscheiden und vor allem wieder an mich selbst zu glauben. Den Augenblick wertzuschätzen, mir selbst zu genügen. Er hat mich angeleitet, mir die nötige Zeit und die richtigen Impulse gegeben, um meine Situation selbst zu lösen und in meine eigene Kraft zu kommen.

Matthias Langwasser

Lübeck

info[at]regenbogenkreis.de

Jetzt, ein Jahr später, kann ich sagen, dass ich wieder bei mir angekommen bin und genau so lebe, wie es richtig für mich ist. Mir geht es um Welten besser. Die Impulse, die Andreas mir gegeben hat, haben mir letztendlich die Klarheit gebracht, um in meinem Leben radikal aufzuräumen und mich von allem zu befreien, was mir Energie geraubt hat. Seine positive männliche Klarheit, sein Pragmatismus und seine konkreten Empfehlungen waren für mich äußerst wertvoll und ich bin sehr froh, dass ich Andreas gefunden habe!

Suche dir professionelle Hilfe

Nun weißt du eine ganze Menge über toxische Beziehungen, Narzissten und deine eigenen Baustellen. Vielleicht wächst in dir der Wunsch, dieses Thema ein für allemal anzugehen und in der Vergangenheit zu belassen. Dann melde dich gerne bei mir. Klick auf den blauen Button unten in der Box und erfahre, wie ich dich dabei unterstützen kann.

Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen und vielleicht ein Stück deines Weges zurück zu dir selbst begleiten zu können.

Bis dahin,
Andreas

Nie wieder toxische Beziehungen

Du möchtest erfahren, wie du selbst einschränkende Muster überwinden, dich vollständig annehmen und die Partnerschaft führen kannst, nach der du dich sehnst? Seit 2012 habe ich mehrere Hundert Menschen auf genau diesem Weg begleitet. Ich freue mich, wenn du bald auch dazugehörst. Lerne mich kennen und lass mich dir helfen, dein Leben um deine wahren Wünsche und Bedürfnisse herum zu gestalten.


*1 https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/meldungen/article/narzisstische-persoenlichkeitsstoerung-oft-kombiniert-mit-weiteren-stoerungsbildern/
*2 https://scholar.google.com/citations?user=LUrHrxcAAAAJ
*3 https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/psychische-st%C3%B6rungen/pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rungen/narzisstische-pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung-nps
*4 https://psycnet.apa.org/record/2014-57446-001
*5 https://www.youtube.com/watch?v=8XXD7UE1faU
*6 Reinhard Haller, "Die Narzissmusfalle: Anleitung zur Mensschen- und Selbstkenntnis", gebundene Ausgabe der 12. Auflage, 18. Dezember 2019, Ecowin
*7 Jürg Willi, "Die Zweierbeziehung - Spannungsursachen, Störungsmuster, Klärungsprozesse, Lösungsmodelle", Rowohlt Taschenbuch Verlag, 18. Auflage Juli 2007, S. 71