Toxische Beziehung Renate: Es endete mit einem Bruch meiner Augenhöhle

Toxische Beziehung Erfahrungen

Nicht jeder Narzisst belässt es bei psychologischer Gewalt. Das musste leider auch Renate feststellen. Heute lebt sie glücklich mit ihrem neuen Mann und den Kindern. Ihre körperlichen und der Großteil ihrer seelischen Wunden sind inzwischen geheilt. Doch bis dahin ist sie durch die Hölle gegangen. Hier ist ihre Geschichte:

Toxische Beziehung: Erfahrungen von Renate

...ich sah in ein mit Tränen übersätes Gesicht, das linke Auge war dick angeschwollen und das Augenlid war lila gefärbt. Die Nase hatte geblutet, doch das Blut war inzwischen schon angetrocknet. Am Hals sah ich viele rötlich-blaue Flecken...
Ich sah mein Spiegelbild...

Während ich schließlich behutsam mit einem Waschlappen, dieses mir absolut fremde Gesicht, versuchte sauber zu machen, kamen mir immer wieder die Tränen, ich war noch nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen, was war da überhaupt passiert und wie konnte es nur soweit kommen, ich war völlig überfordert.

Innerhalb von vier Stunden war alles anders

Es war doch erst vor vier Stunden, als ich nach der Arbeit aus dem Auto gestiegen bin und als noch alles war wie immer. Wie konnte es sein, dass ich in so kurzer Zeit alles mir bekannte und mir vertraute einfach hinter mir gelassen hatte. Dieses Mal gibt es kein Zurück mehr, dieses Mal ist es vorbei, dieses Mal kann ich es nicht mehr verheimlichen oder mir eine völlig irrsinnige Geschichte einfallen lassen...

Meine fast 9-jährige toxische Beziehung endete am 09.12.2015 mit einer Fraktur der Augenhöhle, mehreren geprellten Rippen, Würgemalen am Hals, einem gebrochenen Zeh und einem völlig traumatisierten Sohn, der alles mit ansehen musste, in der Notaufnahme des Krankenhauses, in dem ich damals gearbeitet hatte.

Doch wie kam es dazu? Wieso habe ich mich nicht eher getrennt? Wie konnte ich nur so blind sein, wie konnte er mich so blenden?

Andreas Gauger: Mit dieser Frage steht Renate leider nicht allein da. Narzissten sind Meister der Manipulation. Das gilt besonders für maligne Narzissten, die äußert gewalttätig werden können und oft eine Kombination von psychischen Merkmalen aus dem Muster der so genannten dunklen Triade sowie eine Co-Inzidenz mit weiteren psychischen Krankheiten aufweisen. Oft sogar ebenfalls aus der Reihe der Cluster-B-Persönlichkeitsstörungen.

Damit du besser gewappnet bist, habe ich dir in diesem Artikel ihre wichtigsten und gefährlichsten Manipulationstechniken aufgelistet und im Detail erklärt:

>>> Narzissmus und Manipulation: 34 Red Flags, die du unbedingt kennen solltest

Wie er mich rumgekriegt hat

Es begann knapp 9 Jahre zuvor. Im Internet auf einer Social Media Plattform stieß ich auf ein mir bekanntes Gesicht. Tom! Tom war mein Jugendschwarm, ich war damals 16 und fand ihn so toll. Alle Mädchen standen damals auf ihn, ich hatte damals nie eine Chance bei ihm, und als ich sein Profil entdeckte, konnte ich nicht anders und ich schrieb ihn an.

Nach einigen Tagen, schreiben und telefonieren, trafen wir uns schließlich. Es war ein sehr netter und lustiger Abend, wir hatten uns viel zu erzählen, haben viel gelacht und so kam es, dass wir uns für den nächsten Tag verabredeten. Natürlich war ich direkt Feuer und Flamme.

Andreas Gauger: Narzissten können unglaublich charmant sein. Das gilt besonders für die Love-Bombing-Phase, die durchaus länger als die üblicherweise angenommenen 6 - 8  Wochen dauern kann. Sie wird zur "Heiß-Phase" der toxischen Beziehung gerechnet. Doch der Wechsel in "Kalt-Phase" kommt. Garantiert. Hier findest du eine Übersicht über den toxischen Kreislauf und die verschiedenen Phasen der toxischen Beziehung.

Wer hat eigentlich wen umworben?

Und schließlich nach einem weiteren Treffen, hatte ich ihn tatsächlich an der Angel...oder sollte ich besser sagen...er hatte mich an der Angel, was mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich klar war.

Ich war ein lustiger und aufgeschlossener Mensch, eine Alleinerziehende Mama, die mit beiden Beinen im Leben stand, ich hatte sehr viele gute Freunde, ich hatte zu meiner Mutter ein tolles Verhältnis, sie wohnte mit mir in meinem Haus, sie in der Dachgeschosswohnung und ich mit den Kindern im Erdgeschoss, das Verhältnis zu meinen Geschwistern war auch recht angenehm, ich kam finanziell über die Runden mit meinem Teilzeitjob und war auch sehr glücklich auf der Arbeit, zudem hatte ich noch ein kleines Polster für schlechte Zeiten auf meinem Sparbuch.

Andreas Gauger: Hier siehst du deutlich, wie eine toxische Beziehung mit einem Narzissten ein bisher wohlgeordnetes Leben vollkommen aus den Angeln heben kann.

Zunächst merkte ich gar nicht, wie sich alles schleichend veränderte

Ich hatte sehr viel und sehr oft Besuch von meinen Bekannten und Freunden, und wir saßen oft gemeinsam mit meiner Mutter am Wochenende, bis spät in die Nacht und haben gelacht und geredet. Ich dachte, es würde alles so bleiben, auch wenn ich nun Tom an meiner Seite hatte. Ich bemerkte lange Zeit nicht, das und wie sich alles veränderte, das und wie ich mich veränderte.

Andreas Gauger: Der Übergang von einer Beziehungsphase in die nächste geschieht selten plötzlich. Fast immer ist es ein schleichender Prozess, bei dem sich immer mehr schlechte Verhaltensweisen einschleichen, die anfangs noch neben den "positiven" Verhaltensweisen des toxischen Partners stehen. Deshalb werden sie von den Betroffenen häufig auf Stress, schlechte Laune oder ähnliches zurückgeführt.

Man nennt dieses Beimischen destruktiver Verhaltensweisen auch Grooming. Dabei werden deine Grenzen nach und nach aufgeweicht. Sobald du dich daran gewöhnt hast, wird es noch schlimmer, bis du dich auch daran gewöhnt hast. So geht es immer weiter. Irgendwann tolerierst du ein Verhalten, das du dir niemals hättest bieten lassen, hätte dein toxischer Partner es plötzlich und von jetzt auf gleich gezeigt.

Immer wieder diese Lügen

Im ersten Jahr unserer Beziehung deckte ich eine Lüge nach der anderen auf. Tom hatte mir vieles verschwiegen, hatte mir einige Unwahrheiten erzählt.

Seinen Job, von dem er mir täglich Geschichten erzählte, gab es nie. Tom war arbeitslos, er war allerdings nicht beim Arbeitsamt als Arbeitssuchend gemeldet, somit war er auch nicht krankenversichert, was schließlich dazu führte, dass er Schulden bei der Krankenkasse hatte. Tom hatte auch kein eigenes Konto, er nutzte das Konto seiner Mutter.

Es gab Schulden beim Jugendamt, denn er war auch Vater eines Sohnes, obwohl er jedem erzählte, er habe keine Kinder. Und es war auch nicht seine Wohnung, sondern die der Eltern, in die er mich sehr selten einlud, nämlich immer dann, wenn seine Eltern mit dem Wohnmobil unterwegs waren. All das fand ich nach und nach heraus und schließlich konnte er auch seine Drogensucht nicht mehr vor mir geheim halten.

Andreas Gauger: Narzissten lügen. Ständig. Oft so gut, dass sie selbst an das glauben, was sie dir erzählen. Das Lügen ist sowohl eine narzisstische Manipulationstechnik als auch ein Verhalten, mit dem sie versuchen, ihren narzisstisch überhöhten Selbstwert zu stabilisieren. Hier erfährst du mehr über die Narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS).

Jeder vernünftige Mensch hätte ihn verlassen - ich wollte ihn retten

All das hätte mich schon damals zur Trennung bewegen sollen, doch statt dessen setzte ich all meine Kraft und Energie ein um diesen Mann aus dem Dreck zu holen...um ihn zu „heilen“. Ich schrieb und unterschrieb seine Bewerbungen, ich trug seine Schulden mit ab, ich erledigte für ihn seine illegalen Verkäufe mit gebrauchten Autoreifen bei EBay, ich telefonierte mit dem Jugendamt, damit er seine Rückstände vom Unterhalt in Raten abzahlen konnte, und er zog bei uns ein.

Obwohl ich ein absoluter Gegner von Drogen war, gestattete ich ihm ab und an auf dem Balkon seinen Joint zu rauchen, da es sich ja zum Glück nur um diese Art von Drogen handelte. Je mehr ich mich damit befasste, ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen, umso mehr schlug ich dabei einen, für mich falschen, Weg ein.

Andreas Gauger: Das "Retten wollen" ist typisch für Empathen mit co-narzisstischen Strukturen. An dem Punkt, wo jeder andere einen solchen Partner längst in den Wind geschossen hätte, übernehmen sie die Verantwortung dafür, dass es dem Partner besser geht. Das ist an sich ein ehrenwerter Wesenszug, doch trifft er im Rahmen einer toxischen Beziehung mit Narzissten nicht auf fruchtbaren Boden. Die Saat wird nicht aufgehen. Dem Wunsch, zu helfen, fehlt hier oft jeder Realitätsbezug und das gesunde Maß.

Als er wieder Boden unter die Füße bekam, wendete sich das Blatt

Schließlich hatte ich Tom einen Job besorgt, bei dem er gut Geld verdient hat, er hatte sein eigenes Konto, er war weitestgehend schuldenfrei, ich tolerierte seine Sucht. Von da an wendete sich das Blatt, er hatte wieder beide Beine auf dem Boden und er wurde mächtiger. Ich hatte ihm Macht gegeben und ich spürte die Konsequenzen.

Wir stritten uns häufiger, wir unternahmen inzwischen kaum mehr etwas, er spielte ständig am Computer und kümmerte sich um nichts. Freunde und Bekannte kamen uns nur sehr selten besuchen, entweder wollte er mit ihnen nichts zu tun haben, weil sie für ihn alle falsch und unehrlich waren oder sie wollten nichts mit ihm zu tun haben und kamen deswegen nicht mehr. Meine Mutter sah ich nur noch selten, obwohl wir in einem Haus wohnten. Meistens kam sie runter, wenn es unten polterte und wenn wir uns anbrüllten.

Andreas Gauger: Macht ist immer ein zentrales Element in einer toxischen BeziehungNarzissten tun fast alles, um die Macht in der Beziehung zu haben und nutzen sie oft ohne Rücksicht auf den Partner aus, um ihre eigenen Zwecke zu verfolgen. Auch die Isolation, die sich hier zeigt (es kamen immer weniger Freunde zu Besuch) ist typisch für eine dysfunktionale Beziehung mit einem toxischen Partner.

Ich nahm eine Hypothek auf mein Haus auf, weil er einen Golf GTI "brauchte"

Finanziell ging es mehr und mehr bergab, ich verschuldete mich, nahm sogar ein Darlehen auf mein Haus auf, denn Tom brauchte ein neues Auto. Ein Golf GTI Edition 35 sollte es sein. Ich hatte Probleme mit dem Jugendamt, da meine Kinder erzählten, dass es ihnen nicht gut ging und das wir immer stritten, dass Tom aggressiv wäre. Sie hatten recht, zum Glück war er nie handgreiflich, wenn die Kinder dabei waren oder gegenüber den Kindern.

Ich ließ mich selbst in die Psychiatrie einweisen, weil ich nicht mehr konnte

Ich hatte Probleme auf der Arbeit, war oft krank, denn ich konnte mit meinen blauen Flecken schlecht arbeiten gehen, die Ausreden gingen mir langsam aus. 2012 war ich schließlich soweit am Boden, dass ich mich selbst in die psychiatrische Klinik einwies. Ich hatte eine schwere Depression und eine Psychose entwickelt und befand mich schließlich fast ein halbes Jahr in der Klinik.

Meine Mutter übernahm damals die Kinder, solange ich auf Station war und bis ich in die Tagesklinik wechselte.
Lange Zeit ging mein Weg bergab, es wurde also zeit endlich wieder umzukehren.

Doch auch dabei nahm ich noch einige Umwege mit. Ich zog mit meinen Kindern aus dem eigenen Haus aus, vermietete meine Wohnung an eine Bekannte und zog mit Tom in ein gemietetes Haus. Ich wollte eine Distanz zu meiner Mutter schaffen.

Andreas Gauger: Diese Ereignisse in Renates Fallbeispiel zeigen sehr deutlich die gefährlichen psychosomatischen Folgen und sozio-ökonomischen Auswirkungen einer längerfristigen toxischen Beziehung.

Meine Tochter zog zu ihrem leiblichen Vater, weil sie es bei uns nicht mehr aushielt

Meine Tochter entschied sich, zu ihrem leiblichen Vater zu ziehen, sie hielt es bei uns nicht mehr aus, finanziell konnte ich mich nur sehr schwer erholen und schließlich bekam ich auch die Kündigung von der Klinik, da ich nach meinem Aufenthalt in der Psychiatrie immer wieder mit Depressionen zu kämpfen hatte.

2015 war ich endlich soweit, dass ich über eine Trennung von Tom nachdachte. Ich hielt es nicht mehr aus, er wurde immer schlimmer, demütigte mich, beleidigte mich, schrie mich an, schon bei den banalsten Dingen, ich hielt nicht mehr dagegen, ich ließ es einfach über mich ergehen, das kostete mich weniger Energie als ständig dagegen zu halten, ich war total isoliert, traf kaum noch Freunde und Bekannte und funktionierte einfach nur Tag für Tag.

Das war nicht ich und das war nicht das Leben, dass ich wollte und es war auch nicht der Mann, den ich noch wollte. Am 09.12.2015 nahm ich all meinen Mut und meine Kraft zusammen und forderte Tom zu einem Gespräch auf, darüber wie es weiter gehen sollte.

Mein Sohn musste mit ansehen, wie er mich krankenhausreif schlug

Ein Wort gab das andere, wir stritten heftig, mein Sohn kam ins Wohnzimmer und musste schließlich mit ansehen, wie Tom auf mich los ging. Er schlug mich mit der Faust, mit der flachen Hand, brüllte mich an und hörte auch nicht damit auf, als ich in Embryostellung auf dem Boden lag. Er würgte mich und zu meinem Sohn sagte er nur: "Sieh wo deine Mutter mich hingebracht hat!"

Irgendwann ließ er ab von mir, nahm seinen Hund und verließ das Haus. Ich war noch völlig in Trance, als ich meine Bekannte anrief. Sie hatte meine Wohnung gemietet und sie hatte ein relativ großes Auto. Sie war 5 min später bei mir und innerhalb von 30 min packten wir alle wichtigen Sachen zusammen.

Mit Sack und pack stand ich schließlich bei meiner Mutter vor der Tür und als sie mich sah, nahm sie mich in den Arm und fing an zu weinen. Charly...was hat er mit dir gemacht. Nach einer Zigarette ging ich ins Bad und sah mich das erste mal wieder im Spiegel. Wir fuhren in die Notaufnahme und ließen alle Verletzungen versorgen und dokumentieren.

Andreas Gauger: Leider ist dieses Ende typisch für eine toxische Beziehung mit einem malignen Narzissten. Der Absprung ist durch das Trauma-Bonding und die geschickte Manipulation so schwer zu schaffen, dass es bei vielen erst bis zum Äußersten kommen muss, damit sie ihre letzten Kräfte mobilisieren, um den Absprung zu schaffen. Es ist eine Art letzter Überlebensmechanismus. Dabei sind eigene Kinder, die diese Gewalt mit ansehen müssen, häufig das ausschlaggebende Element.

Die Betroffenen entwickeln einen "Löwenmutter-Instinkt" und riskieren alles, um ihre Jungen zu retten. Häufig erfahren die Kinder, auch wenn sie von der physischen Gewalt selbst verschont bleiben, dennoch eine Sekundärtraumatisierung. Eine solche Sekundärtraumatisierung ist möglich durch die von Giacomo Rizzolatti entdeckten Spiegelneuronen, die uns nachempfinden lassen, was andere erleben. Sie kommt auch häufig bei Ersthelfern oder Rettungskräften vor, die großes Leid mit ansehen müssen.

Obwohl sie selbst nicht verletzt sind, traumatisiert sie die Situation der Opfer, die sie retten wollen. Besonders leicht kommt es dabei zu einer Sekundärtraumatisierung, wenn man sich ohnmächtig und hilflos fühlt, helfend in die Situation einzugreifen und es sich beim Opfer um eine geliebte Person handelt. Beides trifft zu, wenn Kinder erleben müssen, wie ihre Mutter verprügelt wird.

Während der Trennungsphase lebte ich mit meinem Sohn in der Küche meiner Mutter

Es folgten harte Wochen. Ich lebte mit meinem Sohn bei meiner Mutter, in der Küche hatten wir eine Matratze hingelegt. Ich zog aus dem gemieteten Haus aus, vorerst zu meiner Mutter und entschied mich schließlich den Keller meines Hauses umzubauen, zu einer Wohnung, denn meine Mieter wollte ich nicht raus werfen. Ich nahm nochmals Geld auf, was gerade noch so funktionierte und ich hatte große Unterstützung dabei von meinem neuen Arbeitgeber, bei dem ich 2 Monate vor dem Vorfall, begonnen hatte zu arbeiten.

Nach und nach kam ich wieder auf die Beine. Noch immer hielt ich an Tom fest, wir trafen uns auch ab und an, er ging in kur, wo ich ihn auch besuchte, ich half ihm beim Auszug aus dem gemieteten Haus und ich putze das Haus komplett, und übergab auch schließlich die Schlüssel an die Vermieterin.

Nachdem ich ihm wieder geholfen hatte, wollte er mich gerichtlich fertig machen

Als schließlich der Kontakt zu Tom immer weniger wurde, er es nicht mehr nötig hatte sich zu melden, nachdem ich ihm noch bei der Suche nach einer Wohnung half, folgte schließlich der Showdown. Er zeigte mich wegen Unterschlagung der Mietkaution an.
Die ganze Zeit zuvor, hatte ich von einer Anzeige wegen Körperverletzung abgesehen, doch jetzt wehrte ich mich und ich erstattete Gegenanzeige.

In einem Gerichtsverfahren wurde er zu einer Geldstrafe verdonnert und die Anzeige gegen mich wurde fallen gelassen. Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich von dieser toxischen Beziehung erholt habe, inzwischen wohne ich in meinem ausgebauten Keller, es wurde eine wirklich schöne kleine Wohnung daraus, mit meinem Sohn und meinem neuen Mann, der viel Geduld mit mir hatte und mit dem ich glücklich bin, weil er mich sein lässt wie ich bin, und mit meiner Tochter, die zu mir zurück zog, nachdem ich mich von Tom getrennt hatte.

Es hat lange gedauert, aber ich habe mich erholt

Ich gehe wieder mit Freude zur Arbeit und habe viel Spaß dabei, finanziell bin ich wieder soweit stabil, und ich habe mir nach und nach meine Freunde und Bekannte zurück geholt und wir bekommen immer viel Besuch. Mit meiner Mutter verstehe ich mich wieder sehr gut und sie ist oft bei uns unten und wir trinken Kaffee auf der Terrasse.

Es ist genau so wie ich mir das Leben immer vorgestellt habe. Natürlich gibt es immer wieder Tage an denen mich die Vergangenheit einholt, meine Tochter hat eine Borderline-Störung entwickelt, an der ich sicherlich viel Schuld habe, und auch ich habe noch manchmal Probleme mit alten Mustern, doch ich habe meinen Mann, meine Familie und meine Freunde, die mir Stabilität geben und hinter mir stehen und dafür bin ich unendlich dankbar.

Ich war habe eine Sucht überwunden und bin schließlich bei mir selbst angekommen

Wenn mich jemand fragt, wieso ich so lange bei Tom geblieben bin, antworte ich : Ich vergleiche diese toxische Beziehung mit einer Sucht. Man weiß genau, es tut einem nicht gut, man weiß genau, es macht alles kaputt, man weiß genau, man verliert alles, aber man kommt nicht davon weg, man ist emotional abhängig.

Am 09.12. machte ich den kalten Entzug durch und bin nun endlich clean und geheilt. Mein Weg ging durch viele Tiefen der Hölle, ich habe alles verloren, auch mich selbst, aber wahrscheinlich musste ich diesen Weg gehen, es war meine Transformation um schließlich zu meinem heutigen glücklichen und zufriedenen Leben zu gelangen. Um zu der Person zu werden, die ich heute bin.

Andreas Gauger: Sucht ist hier genau das richtige Stichwort. Im Rahmen des Trauma-Bonding schüttet unser Gehirn einen Cocktail aus Dopamin, Oxytocin und weiteren Neurotransmittern aus, der süchtig macht wie Kokain.

Obwohl es sehr schwer für mich war, bin ich dem Schicksal, dem Universum oder wem auch immer dankbar, für all diese Erfahrungen die es mir aufgebürdet hat, denn sie haben mich reifen und wachsen lassen und haben mich stärker gemacht.
Ich weiß, dass jeder der sich in einer toxischen Beziehung befindet, nur sehr schwer den Absprung schafft, und ich kann das sehr gut nachvollziehen...doch ich hoffe...dass ich euch mit meiner Geschichte zeigen kann, dass es tatsächlich geht, dass man es tatsächlich schaffen kann.

Schlussbemerkung

Renates Geschichte zeigt deutlich, wie gefährlich eine toxische Beziehung mit einem malignen Narzissten werden kann. Manchmal erst nach vielen Jahren. Deshalb ist es besser, rechtzeitig einzugreifen, bevor alles eskaliert und dein Leben in Trümmern liegt. Das geht oft nicht ohne professionelle Hilfe auf verschiedenen Ebenen.

Oft ist juristischer Beistand ebenso von Nöten, wie eine vorübergehendes Safehouse. Bei Renate war das die Küche ihrer Mutter. Für andere kann es auch ein Frauenhaus sein. Darüber hinaus brauchst du jemanden, der dir hilft, die psychologischen Scherben wieder aufzuheben und dich daraus neu zusammenzusetzen.

Hier findest du Adressen, die dir in solch einem Fall weiterhelfen: Hilfe für Opfer narzisstischen Missbrauchs

Es ist unabdingbar, deine eigenen dysfunktionalen Beziehungsmuster zu hinterfragen und zu überwinden, damit dir so etwas nie wieder passieren kann. Denn wir gehen mit unserer verletzten Kinderseele auf Partnersuche und die Erfahrung zeigt leider immer wieder, dass Menschen von einer toxischen Beziehung in die nächste geraten können, wenn sie diese Muster nicht hinter sich lassen.

Kostenlose Ratgeber: Toxische Beziehung und Narzissmus

Um maximal von Renates Erfahrungen zu profitieren, musst du sie im Rahmen von Narzissmus allgemein und toxischen Beziehungen im Spezifischen verstehen. Alles, was du darüber wissen musst, findest du in meinen weiterführenden Grundlagenbeiträgen:

>>> Toxische Beziehung: Wenn die Partnerschaft krank macht

>>> Narzissmus: Kleiner Kurs im Narzissten entgiften

>>> Narzissmus und Manipulation: 34 Red Flags, die du unbedingt kennen solltest

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