#014 Warum „Danke“ sagen ein Geschenk ist: Unser Bedürfnis, etwas zu geben

Das Beziehungsbedürfnis etwas zu geben gehört zu den 8 Beziehungsbedürfnissen nach Erskine und Trautmann.

Menschen haben ein Bedürfnis danach, etwas zu geben und einen Beitrag zu leisten. Dazu gehört auch, dass andere annehmen, was ich zu geben und beizutragen habe. Die meisten Menschen wissen, welche Freude es bereiten kann, ein Geschenk für einen geliebten Menschen auszusuchen.

Die Freude des Beschenkten bei der “Übergabe” ist dann unser “Lohn”. Die Freude des anderen zu sehen, erfüllt uns wiederum mit Freude und einem Glücksgefühl. Wenn unser Geschenk genau ins Schwarze trifft, sind wir manchmal sogar ein bisschen stolz auf uns.

Leider ist dies nicht immer der Fall. Manchmal wird sich ein anderer einfach nicht richtig über unser Geschenk freuen. Vielleicht ist es nicht das, was er erwartet hatte. Oder es gefällt ihm nicht. Vielleicht hat er schon etwas ähnliches. Natürlich bezieht sich “Geschenk” hier nicht ausschließlich auf materielle Güter. Es kann genauso ein Beitrag sein, den wir in anderer Form leisten.

So fühlen wir uns dann durch das einfache “Danke” des anderen bestätigt und in unserer Liebe gewürdigt. Anders sieht die Sache schon aus, wenn wir Sätze zu hören bekommen, wie “das wäre doch nicht nötig gewesen” oder “du sollst doch nicht so viel Geld für mich ausgeben”.

Das ist sicher vom anderen im Kern gut gemeint und bei vielen auch eine Verlegenheitsfloskel, denn wenige Menschen können mit Komplimenten, Geschenken, etc. gut umgehen. Doch in der Wirkung auf uns wird damit unsere Liebestat abgewertet.

Es wird dann der materielle Aspekt oder der Umfang unserer Tat betrachtet und nicht die dahinterstehende Liebe und Wertschätzung für den anderen, die wir eigentlich transportieren wollten.

Wir tun also den Menschen um uns herum keinen Gefallen, wenn wir ihre Beiträge und Geschenke – so gut es auch gemeint sein mag – herunterspielen oder ihnen klar machen wollen, dass sie nicht so viel Geld für uns ausgeben sollen.

Ein einfaches “Danke” und ein Lächeln dagegen, mehr braucht es meistens nicht.

Funktion als kompensatorisches Beziehungsbedürfnis

Tritt das Bedürfnis etwas zu geben als kompensatorisches Beziehungsbedürfnis auf, kann dies aus zwei Gründen geschehen.

Entweder, weil dieses Bedürfnis selbst nachhaltig verletzt wurde, dann überkompensieren wir im gleichen Bedürfnis. Oder, weil Das Bedürfnis etwas zu geben als Kompensation für ein anderes verletztes Beziehungsbedürfnis herhalten muss.

In beiden Fällen kann es sich entweder in aktiver (Kampfmodus) oder passiver (Fluchtmodus) Form im Verhalten einer Person zeigen.

Aktiv: Die Betroffenen haben oft das "Helfersyndrom". Sie neigen dazu, andere mit ihrer (ungefragten) Hilfe und Fürsorglichkeit zu erdrücken und sind schnell dabei, ungefragt Ratschläge zu geben, selbst dann, wenn es völlig unangemessen ist.

Passiv: Die Betroffenen zeigen ein typisches Klammerverhalten. Sie hängen an den Dingen und Menschen in ihrem Leben und wollen, was sie einmal haben, nicht wieder hergeben. Sie tendieren zu Geiz und frönen nicht selten einer oder mehreren Sammelleidenschaften.

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*Die hier dargestellten Zusammenhänge basieren auf den Arbeiten der beiden Transaktionsanalytiker Richard Erskine und Rebecca Trautmann, sowie den Ergänzungen des ROMPC®-Begründers Thomas Weil in seinem Buch „Selbstwirksamkeit und Performance“:

Thomas Weil, Martina Erfurt-Weil, “Selbstwirksamkeit und Performance – ROMPC®-Kompendium Theorie- und Trainingshandbuch”, MEW Medienedition Weil e.K., Ausgabe 2010


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